Schülerzeitungshandbuch
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Die Redaktionsorganisation

Eine Schülerzeitung soll her - doch diese will gut organisiert sein. Das fängt bei der Redakteurssuche an. Schließlich schreibt sich eine Schülerzeitung nicht von allein.

Wie finde ich neue Redakteure? Was ist bei einer Redaktionssitzung zu beachten?  Zu diesen und weiteren Fragen kannst du hier im Schülerzeitungs-Forum diskutieren.

Schüler- oder Schulzeitung?

Wird ein Lehrer fest in die Redaktion eingebunden, so führt das oft dazu, dass die Schülerzeitung den Charakter einer wirklich selbstbestimmten Arbeit verliert. Durch die größere Erfahrung und die damit verbundene höhere Argumentationsfähigkeit kann ein Lehrer in eine Rolle geraten, die weder er noch ihr wollt. Er bestimmt - bewusst oder unbewusst, direkt oder indirekt - wo es in der Redaktion langgeht.

An einigen Schulen gibt es „Schülerzeitungen“, die von Lehrern ins Leben gerufen wurden. Dort spielt dieser manchmal die zentrale Rolle, ist presserechtlich verantwortlich und trifft die wesentlichen Entscheidungen. Einige Zeitungen werden sogar im Unterricht oder in Projektwochen erstellt. Diese Beschreibung soll keine negative Bewertung darstellen, denn auch solche Zeitungen haben ihren Sinn. Eine „echte“ Schülerzeitung ist nicht unbedingt besser, sie ist einfach anders. Hier könnt ihr selbstbestimmt arbeiten. Ihr müsst euch stärker engagieren, aber ihr entscheidet allein, was ihr tut.

Wenn sich eine Gruppe findet, die gern selbst Zeitung macht, sollte diese sich überlegen, eine Zeitung herauszugeben, die unabhängig von Unterricht und Lehrkräften erscheint. Denn das macht eine Schülerzeitung aus. Rechtlich ist es auch kein Problem, wenn an der Schule schon andere Zeitungen oder Zeitungsprojekte existieren: Es darf an jeder Schule beliebig viele Zeitungen geben.

Es steht euch frei, einen Beratungslehrer zu wählen. Rechtlich seid ihr dazu nicht verpflichtet. Wenn ihr zum Beispiel in rechtlichen oder finanziellen Fragen oft unsicher seid, kann ein Lehrer vielleicht helfen. Voraussetzung dafür ist, dass ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis besteht. Diese Entscheidung kann euch niemand abnehmen und sollte von der gesamten Redaktion getroffen werden.

Sprecht mit der Beratungsperson auf jeden Fall ihre Aufgaben ab, damit sie weiß, woran sie ist. Sie sollte nur eine beratende Funktion haben, d.h. ihr fragt sie nur um Rat, wenn ihr in der Redaktion an einem bestimmten Punkt nicht weiterwisst. Wenn ihr sie bittet, nicht von sich aus in das Redaktionsgeschehen einzugreifen, hat das nichts mit Misstrauen oder Ausgrenzung zu tun. Eine Schülerzeitung wird nun einmal von Schüler gemacht, denn in dieser selbstbestimmten Arbeit liegt ihr besonderer Wert.

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Wie fange ich an?

Du willst eine Schülerzeitung an deiner Schule machen? Dann los: Sprich Mitschüler an, die vielleicht Lust auf das Zeitungsmachen haben könnten. Das ist meist die ergiebigste Methode, Leute zum Mitmachen zu animieren. Vereinbare mit den ersten Interessierten einen Termin, zu dem ihr euch schon ein paar Gedanken macht wie der Start aussehen könnte. Diesen Termin machst du bekannt über Aushänge auf dem Schulgelände, am Schwarzen Brett und über die Schülervertretung. Eine Ansprechperson mit Angabe der Klasse sollte dabei auch genannt werden.

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Die Redaktion

Auf dem ersten Treffen, am besten in Ruhe nach Schulschluss, könnt ihr euch erst einmal beschnuppern und erste Überlegungen zur Zeitung austauschen. Nach und nach werden sich dann die Interessenschwerpunkte zeigen, manche werden vielleicht auch nie wieder erscheinen. Eine Gruppe, die gut zusammenarbeiten kann, ist wichtig, verschiedene Interessen müssen aber auch vorhanden sein. Denn nur so kann die Zeitung eine gesunde Vielfalt entwickeln.

Eine ideale Schülerzeitungsredaktion gibt es nicht. Freut euch also erst einmal, wenn ihr viele interessierte und motivierte angehende Redakteure seid!

Jede „Profizeitung“ hat eine bestimmte Ordnung, zum Beispiel von der Chefredaktion über die Ressortleiter bis zu den gewöhnlichen Redakteuren. Bei Schülerzeitungen geht es jedoch nicht um Geld und Macht, sondern um Spaß und gemeinsames Arbeiten. Daher sollten in der Redaktion alle gleichberechtigt sein.

Wichtige Entscheidungen werden von der Redaktion gemeinsam getroffen:

  • Erscheinungstermine, Redaktionsschluss, Aufmachung, Umfang
  • Auswahl der Artikel und Anzeigen
  • Verkaufspreis
  • mögliche Lehrerbeteiligung

Eine Person muss sich allerdings für den Inhalt verantwortlich erklären und daher auch „die Notbremse ziehen können“. Das kann geschehen, wenn diese die Verantwortung für einen Artikel ablehnt, so dass dieser nicht gedruckt werden kann. Aus diesem Dilemma gibt es zwei Auswege:

  • Bei jeder Ausgabe der Zeitung ist immer eine andere Person rechtlich verantwortlich.
  • Falls die Redaktion einen strittigen Artikel in die Zeitung aufnehmen möchte, übernimmt für diesen Artikel der Autor die Verantwortung.

Damit eure Arbeit möglichst reibungslos abläuft, ist es sinnvoll, für bestimmte Aufgaben jeweils eine verantwortliche Person zu benennen. So könnt ihr verhindern, dass sich für gewisse Dinge niemand zuständig fühlt und ihr euch dadurch selbst behindert. Wichtig ist dabei, dass wirklich nur einer für eine Aufgabe zuständig ist. Dies bedeutet nicht, dass diese Person sich um alles kümmern muss, sondern nur, dass sie den Überblick behält und die Aktivitäten koordiniert. Sinnvolle Zuständigkeiten für eine organisatorische Aufgabenteilung macht Sinn in den Bereichen Layout, Anzeigensuche, Geldverwaltung, Druck und euer Postfach in der Schule.

Redaktionell solltet ihr ebenfalls Aufgaben verteilen. Die Organisation wird mit der gesamten Redaktion besprochen und dabei sollte darauf geachtet werden, dass jeder einen Bereich bekommt. Sinnvoll ist es vielleicht, wenn ihr Zuständigkeiten nach Rubriken verteilt (Schulinternes, Politik, Aktionen usw.). Auch hier gilt: Verantwortlich sein bedeutet nicht, dass man alle Artikel schreiben muss, sondern nur, dass man dafür sorgt, dass angekündigte Artikel auch wirklich geschrieben werden.

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Redaktionssitzungen

Damit alle wissen, was gerade passiert, ist innerhalb der Redaktion ein ständiger Informationsaustausch nötig. Nur wenn jedes Redaktionsmitglied über alle wichtigen Infos verfügt, können die Entscheidungen wirklich demokratisch getroffen werden. Um den Austausch beizubehalten, solltet ihr regelmäßige Redaktionssitzungen abhalten. Wenn ihr einen festen Termin vereinbart - zum Beispiel jeden zweiten Mittwoch nach der Schule - braucht ihr nicht ständig neue Absprachen zu treffen.

Auf den Redaktionstreffen werden die groben Inhalte der Zeitung diskutiert und festgelegt. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen worüber er schreibt. Aber erst die Absprache über die allgemeinen Inhalte macht die Zeitung zu einer runden Sache. So kann es beispielsweise sein, dass sich auf der Sitzung ein Schwerpunktthema herauskristallisiert, wobei mehrere Redakteure verschiedene Aspekte beleuchten wollen. Es kann auch passieren, dass ihr feststellt, dass ein bestimmtes Thema noch mit in die Zeitung soll, aber bisher von niemandem bearbeitet wurde.

Auch die einzelnen Rubriken und die dazugehörigen Verantwortlichen werden auf einem Redaktionstreffen benannt.

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Post

Dass eure Schule euch ein Postfach zur Verfügung stellt, sollte selbstverständlich sein. Wenn ihr ein Postfach habt, dann müsst ihr euch natürlich auch darum kümmern, dieses regelmäßig zu leeren. Nur so könnt ihr sicherstellen, dass ihr Einladungen und ähnliches rechtzeitig erhaltet.

Ihr solltet euch auch darum kümmern, dass ihr regelmäßig aktuelle Informationen zu interessanten Themen erhaltet. Sucht euch im Telefonbuch einfach die Organisationen, Vereine und Unternehmen heraus, von denen ihr zum Beispiel Presseinformationen erhalten wollt. Wenn ihr dort anruft, wird man sicher gern bereit sein, euch in den Presseverteiler aufzunehmen. Ihr werdet viele Pressemitteilungen, Informationsmaterial sowie fertige Artikel erhalten, mit der Bitte, dass ihr diese abdruckt. Denkt aber daran, dass ihr dadurch unter Umständen billige Werbung für kommerzielle Produkte oder gar zweifelhafte Institutionen macht.

Auch wenn euch Angebote gemacht werden wie: „Wenn ihr über uns berichtet, erhaltet ihr zehn CDs, die ihr verlosen könnt“, überlegt euch gut, ob ihr auf dieses Angebot eingehen wollt (CDs die ihr verlosen könnt, erhaltet ihr aber auch von vielen Pressestellen der Musikverlage - auch ohne Gegenleistung).

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Computereinsatz

Die meisten Schüler sind mit dem Umgang mit Computern und dem Internet vertraut, so dass die Texte und Bilder als Dateien gesammelt werden können. Problematisch kann jedoch das Layouten am Rechner werden, denn dazu bedarf es einiger Übung, bis es leicht von der Hand geht und alle Kniffe der Programme bekannt sind. Wenn aber nur wenige Redakteure darin versiert sind, sollten sich diese in der Zeit des Layoutens mit den einzelnen Schreibern treffen, um gemeinsam mit ihnen die Gestaltung der Artikel zu besprechen. Eine andere Möglichkeit ist, die Gestaltungswünsche (Platzierung von Fotos, Schrifttypen, Infoboxen etc.) aufzuzeichnen und zusammen mit der Textdatei abzugeben.

Das „Grundlayout“, also die Standardaufteilung der Seiten und weitere elementare Gestaltungsmerkmale, beschließt die Redaktion gemeinsam. Vorher kann jeder Vorschläge einreichen, auch als Handzeichnung, die dann von den Layoutern am Rechner realisiert werden. So vermeidet ihr Konflikte nach dem Druck der Zeitung.

Für das gleichzeitige Arbeiten mehrerer Personen am Rechner bietet sich der Computerraum der Schule an. Dort könnt ihr im Internet recherchieren, Texte anfertigen, layouten, scannen und ausdrucken.

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Zeitplan

Die Planung der jeweils nächsten Ausgabe beginnt nach dem Erscheinen der vorherigen Schülerzeitung, auch wenn die Zeitung nur alle drei Monate erscheint. Zunächst werden die Termine festgelegt:

  • Der Erscheinungstermin ist frei wählbar, allerdings empfiehlt es sich nicht, mitten in der Klassenreisezeit herauszukommen.
  • Da der Druck etwa eine Woche dauert, muss das Layout entsprechend rechtzeitig fertig gestellt werden.
  • Um vernünftig planen zu können, müssen alle Artikel und Fotos bis zu einem bestimmten Termin fertig sein. Danach wird nur noch korrigiert und layoutet. Wenn ihr für die Korrektur und das Layout zusammen zwei Wochen berechnet, liegt der Redaktionsschluss also drei Wochen vor dem Erscheinungstermin. Dann werden auf einer Redaktionssitzung die Artikel besprochen und das Bildmaterial gesichtet.
  • Der Anzeigenschluss ist der Termin, bis zu dem die Anzeigen besorgt sein müssen. Normalerweise fällt er mit dem Redaktionsschluss zusammen.

Damit ausreichend Zeit zur Recherche und zur Anzeigensuche bleibt, solltet ihr alle Termine mindestens zwei Monate vor dem Erscheinen festlegen. Da erfahrungsgemäß die Zeit nie ausreicht, egal wie großzügig geplant wird, solltet ihr überall genügend „Luft“ einplanen.

Es kann durchaus sein, dass ihr euch auf einer Redaktionssitzung mal so richtig streitet, nur sollte das auf einer sachlichen Ebene geschehen. Für den Zusammenhalt der Gruppe ist es wichtig, hin und wieder gemeinsame Aktionen zu unternehmen, die unabhängig von der Zeitung Spaß machen ins Kino gehen, gemeinsamer Wochenendausflug etc.). Ebenso kann eine gelungene Ausgabe auch ordentlich gefeiert werden.

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Nachwuchs

Zu einer guten Redaktionsstruktur gehört auch, dass alle Klassenstufen vertreten sind. Daher solltet ihr ständig um Nachwuchs werben. Das geht beispielsweise, wenn ihr euch und eure Zeitung zum Beispiel in den neu eingeschulten 5. Klassen vorstellt und vielleicht ein paar Freiexemplare verteilt. Damit weckt ihr Interesse.

Mit einer vom Alter bunt gemischten Redaktion stellt ihr sicher, dass die verschiedenen Interessensgebiete der verschiedenen Klassenstufen abgedeckt werden. Auch eine eigene Rubrik für die Unterstufe kann eine Möglichkeit sein. Wichtig ist, den Neulingen jede Tätigkeit genau zu erklären, selbst wenn das etwas länger dauert. Andernfalls kann es vorkommen, dass die Zeitung eingeht, sobald der „alte Kern“ die Schule verlässt.

 

Hast du weitere Fragen zum Thema "Redaktionsorganisation"? Oder möchtest du dich hierüber austauschen? Zu diesem Thema kannst du hier im Schülerzeitungs-Forum diskutieren.

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Tipp: Der Druck vor dem Druck: Wie halten wir den Zeitplan ein?

Ein Profitipp von Peter Stawowy

Eine Zeitung zu produzieren, ist immer eine hochgradig kreative Sache, kein Zweifel. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass jede Zeitung auch immer harte und disziplinierte Arbeit bedeutet. Hier gilt die alte Regel: Je besser die Planung, desto besser das Ergebnis. Das gilt auch und vor allem für die Zeitplanung.

Denn die Erfahrung lehrt: Zum Ende der Produktion wird es immer knapp. Anbei ein paar Tipps für die Zeitplanung:

  • Grundsätzlich die Empfehlung: Die Zeitplanung rückwärts vom Erscheinungs- bzw. Drucktermin rechnen. Wann soll die Zeitung erscheinen? Möglichst ja nicht in den Ferien oder in der Prüfungszeit!
  • Zuerst solltet ihr den Erscheinungstermin festgelegen. Dann gilt es, mit der Druckerei zu sprechen, um die Zeit zu klären, wie lange die Zeitung vom fertigen Layout bis zur Auslieferung brauchen wird.
  • Für die Redaktion: Ein Artikel schreibt sich nicht an einem Tag. Da gehören Recherchen dazu, die manchmal nur deswegen viel Zeit kosten, weil man jemanden nicht erreicht oder eine Quelle nicht zugänglich ist. Schon in der Heftplanung solltet ihr Termine nennen, welcher Text bis wann fertig sein muss! Dabei bitte nicht vergessen, dass das Layout auch noch mal ein paar Tage braucht.
  • Gibt es Geschichten, die sofort und ohne große Recherche umgesetzt werden können? Der Termin, bis wann eine Story fertig sein sollte, darf nicht zu lang von der Auftragserteilung weg liegen - sonst fängt der Autor an zu schludern. Daraus folgt: Eine regelmäßige und kontinuierliche Abfrage, wie weit die Geschichte ist, ist sinnvoll. Die Nachfrage von Seiten des Chefredakteurs einen Tag vor Druck, wo der Artikel bleibt, ist deutlich zu spät.
  • Es gibt leider gerade bei ehrenamtlichen Projekten auch immer mal Autoren, die gar nicht liefern, obwohl sie einen Auftrag gern übernommen haben. Gibt es Ersatzgeschichten, die man einsetzen kann? Die größte Gefahr: Die Leute, die sich sowieso immer zuviel aufhalsen, denn für einen Artikel braucht man manchmal einfach auch Zeit und Ruhe.
  • Scheinbare Kleinigkeiten brauchen in der Produktion oft die meiste Zeit. Dazu gehören Überschriften, Bildunterschriften, Korrektur lesen, Bildbeschaffung und Titelgestaltung. Wer schreibt die Lehrerzitate ab? Ist das Rätsel schon fertig? Eine gründliche, schriftliche Planung verhindert, dass wichtige Dinge unter den Tisch fallen und im falschen Moment wieder auftauchen.

Eine Branchenweisheit sagt, dass noch nie eine leere Seite in Druck gegangen ist. Allerdings sind schon viele Schülerzeitungen deutlich später erschienen, als eigentlich mal geplant war. Das muss nicht sein.

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„Du kannst gar nichts!“ -  Kritik austeilen und einstecken

Ein Profitipp von Peter Stawowy

Im Redaktionsalltag kommt folgende Szene regelmäßig vor: Ein Praktikant sitzt vor meinem Schreibtisch und zittert, weil ich gerade seinen ersten Text lese. Auf seiner Stirn sind folgende Fragen zu lesen, die ihm durch den Kopf gehen: Was wird der Chefredakteur sagen? Muss ich alles noch mal schreiben? Bin ich ein Totalversager?

Solche Fragen sind zwar normal, aber überflüssig. Denn zum Journalismus gehört nicht nur ein angeborenes Schreibtalent, sondern auch viel Handwerkskunst. Diese kann und muss man erst mal erlernen. Das funktioniert am besten, in dem man seine Texte von Kollegen kritisieren lässt und die Artikel anderer kritisiert.

Wer in den Medienbereich will, muss Kritik vertragen und auch geben können. Dafür gibt es ein paar Spielregeln:

  • Kritik muss nicht zwangsläufig negativ sein - es darf durchaus auch gelobt werden! Eine gute Form für Kritik ist, die negativen durch positive Aspekte einzuklammern: Also positiv ein- und aussteigen!
  • Die Kritik muss fair und sachlich bleiben und sich an der Sache, also dem Text, orientieren. Jede Aussage muss mit Formalien begründet werden. („Der Satz ist einfach zu lang“, „Die Aussage ist total missverständlich“, „Fremdwörter sollten vermieden werden“).
  • Es gilt, sich durchaus kritisch mit der erhaltenen Kritik auseinander zu setzen! Dazu gehört, so genannte „Schwätzer“ zu entlarven. Andererseits muss man aber eben auch zugegeben können, wenn jemand Recht hat.

Anders als in der Wirtschaft zählen im Journalismus nicht harte Zahlen, sondern oft auch ein eigener Stil oder die Fähigkeit, ein Gefühl für das zu haben, was beim Leser ankommt. Auch an dieser Stelle heißt es, sich mit der erhaltenen Kritik kritisch auseinander zu setzen. Vielleicht ist die eigene Idee doch so gut, dass man sich durchsetzen sollte? Viele neue, tolle Ideen sind auf einen gewissen Eigensinn zurückzuführen, dummerweise aber auch viele Flops.

  • Aussagen wie: „Du kannst gar nichts!“ und „Du bist doof!“ zählen nicht zu konstruktiver Kritik. Solche Sätze zielen darauf, jemanden persönlich zu verletzen, in der Diskussion um das Produkt, also den fertigen Text, geht es aber nicht um den Autor, sondern um den Text. Beide Seiten müssen also lernen, konstruktive von persönlicher Kritik zu unterscheiden und das eigene Handeln daran auszurichten.
  • Eine Unsitte, die gerade bei Blattkritiken häufig auftaucht: Redakteure, die sich rechtfertigen. „Ja, ich weiß, ich hatte einfach keine Zeit mehr“ oder „Wollte ich so machen, habe da aber niemanden erreicht“ interessieren vielleicht noch die Redaktion, den Leser aber nicht mehr. Also: Nicht Erklärungen liefern, sondern besser machen!
  • Zum Schluss noch ein Hinweis: Die meisten Menschen nehmen negative Kritik viel aufmerksamer auf als positive, da macht ein kritischer Aspekt schnell mal drei gute Punkte platt. Das ist aber Quatsch. Beide Seiten, Kritisierter und Kritiker, sollten darauf achten!

Mein Fazit: Ich werde niemals einen Text nur aus Mitleid gut finden. Es geht um das Heft und den Leser. An Texten wie auch der eigenen Fähigkeit, gute Texte zu schreiben, kann man arbeiten. Das ist ein Lernprozess!

Weitere Fragen?

Wie finde ich neue Redakteure? Was ist bei einer Redaktionssitzung zu beachten?  Zu diesen und weiteren Fragenkannst du hier im Schülerzeitungs-Forum diskutieren.

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