Schülerzeitungshandbuch
online

Online-SZ

Eine Schülerzeitung muss nicht nur gedruckt erscheinen. Auch online kann ein Mehrwert für die Leser und die Zeitung geschaffen werden.

Die Zukunft der Schülerzeitung ist online? Wie präsentiere ich mich als Schülerzeitung im Internet? Welche Web 2.0 - Elemente dürfen nicht fehlen? Soll die Zeitung nur noch online erscheinen? Spannende Fragen über die man hier im Schülerzeitungs-Forum debattieren kann.

Egal ob es die Englischhausaufgaben, der Chatfreund oder der Musikdownload ist, das Internet nutzt heutzutage jeder Schüler. Darum ist es natürlich sinnvoll als Schülerzeitungsmacher ebenfalls mit dem Lauf der Zeit zu gehen und sich an das Medium zu wagen. Ihr könnt natürlich einfach nur eure Printausgabe online stellen, aber auch ein erweitertes Medium anbieten. Vielleicht habt ihr dann gar keine Lust mehr auf das schnöde Zeitungspapier und konzentriert euch voll und ganz auf das Internet.

Papier kontra Internet

Warum Papier?

  • für jeden jederzeit gut zugänglich (keine technischen Voraussetzungen notwendig)
  • gute Lesbarkeit aufgrund der Papierwahl, Schriftart und Schriftgröße gewährleistet
  • besser argumentierbar gegenüber Anzeigenkunden und Sponsoren
  • verkaufte Auflage entspricht in etwa der Anzahl der Leser
  • zu den Anzeigen- und Sponsorengeldern kommen zusätzlich die Verkaufserlöse
  • an jedem Ort verwendbar, nicht an festen Standort gebunden
  • durch weit auseinanderliegende Erscheinungstermine intensivere und gründlichere Recherchearbeit 


Warum Internet?

  • Einsparung der Papier- und Druckkosten
  • bei regelmäßiger Aktualisierung schneller Zugang zu aktuellen Themen
  • Interaktionsmöglichkeiten der Leser direkter und schneller möglich (Umfragen, Kontaktformular usw.)
  • Serviceangebot kann aufgrund von unbeschränkter Seitenzahl erweitert werden (Vertretungsplan u.ä.)
  • Verbreitung nicht mehr durch Schule begrenzt (kann überall auf der Welt gelesen werden)
  • Verknüpfung zu Grafiken, Audio- oder Video-Files
  • Feedback schneller und einfacher möglich

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Gründung einer Online-Schülerzeitung

Ihr braucht:

Menschen...

Neben der gedruckten Schülerzeitung hat natürlich die Onlinezeitung viele Vorteile, die jedoch nur mit genügend Leuten umgesetzt werden können. Am besten sammelt ihr, bevor ihr richtig mit der Planung loslegt, ein paar interessierte Klassen- und Schulkameraden, damit ihr gemeinsam ein Konzept ausarbeiten könnt. Über Aushänge und Flyer besteht natürlich die Möglichkeit zusätzliche Mitstreiter zu gewinnen. Sinnvoll ist es aber auch, Leute direkt anzusprechen. Ihr kennt jemanden, der gern fotografiert, layoutet oder schreibt? Dann einfach in der Pause auf ihn zugehen und von eurer Idee erzählen.

Webspace...

Ihr könnt natürlich den Speicherplatz von den zahlreichen Gratisanbietern aus dem Netz nutzen. Hier solltet ihr einfach nur aufpassen und euch vorher genau informieren. Ein großer Nachteil des kostenlosen Angebots ist, dass ihr zum einen keine eigene Domain habt und zum anderen eure Seite mit Werbung überschüttet werden kann. Überall nur Banner und Popups verschrecken natürlich den User. 

Öffentlichkeitsarbeit...

Wenn ihr erst frisch online seid, braucht ihr neben interessanten Informationen natürlich auch Leser. Daher ist es unbedingt notwendig im Vorfeld die Schule auf eure Internetseite aufmerksam zu machen. Am besten ist ein Artikel in der Schülerzeitung. Aber auch Plakate und Flyer können hilfreich sein, um auf eure Seite neugierig zu machen. Vergesst aber nicht die Internetadresse (URL = Uniform Request Locater) bekannt zu geben.

und...?

  • natürlich einen Web-Editor (Programm für die Seitengestaltung)
  • Texte, Fotos und Grafiken für den Inhalt der Seite (als Grundlage dient hier natürlich die gedruckte Schülerzeitung)
  • einen Transporter (FTP-Programm, um die fertigen Netzseiten über den Server ins Internet zu stellen)

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Organisationsformen

Ressortleitermodell

Wie in einer richtigen Tageszeitung gibt es für jedes Ressort einen verantwortlichen Leiter, so kann jeder nach seinen Fähigkeiten eingesetzt werden. Einer kümmert sich um die News, ein anderer um Sportereignisse. Dadurch hat nicht ein Einzelner alle Aufgaben in seiner Verantwortung, sondern jeder nur einen Teil. Jeder Projektleiter hat zudem noch seine Redakteure und Mitarbeiter, die ihm bei seiner jeweiligen Rubrik unterstützen. Die Ressortleiter zusammen bilden dann das sogenannte Kernteam, da sie untereinander das Design und gewisse Standards für den Onlineauftritt festlegen. Neben den Teamtreffen sollten die Ressortleiter ständigen Kontakt zueinander haben, damit sie sich gegenseitig über Neuigkeiten informieren können und natürlich bei Fehlern schneller eingreifen können. Sinnvoll sind extra eingerichtete Mailverteiler sowie Messenger (beispielsweise ICQ, Skype oder MSN)

Durch dieses Modell entsteht automatisch eine Hierarchie. Die Ressortleiter als Verantwortliche und die Redakteure und Fotografen als Mitarbeiter. Durch die genaue inhaltliche Aufteilung sind die Zuständigkeiten genau geklärt. Ein weiterer Vorteil ist, dass neben der thematischen Teilung eine Arbeitsgliederung entsteht, so dass nie einer allein alles machen muss. Dadurch ist der Aufwand für jeden einzelnen geringer. Falls ein Ressortleiter ausfällt, kann immer ein anderer einspringen, da - durch die ständige Kommunikation - jeder gut über das andere Ressort Bescheid weiß.

Natürlich muss man für die Umsetzung dieses Modells mehrere gute Leute haben, die Fähigkeiten und Lust haben, als Ressortleiter zu arbeiten. Bricht die Kommunikation einmal ab, ist das Konzept gefährdet, daher müssen sich alle der Verantwortung, die sie mit diesem Posten eingehen, bewusst sein.

Das Ressortleitermodell eignet sich besonders, wenn man den Onlineauftritt der Schülerzeitung gegenüber der gedruckten Form ausbauen will bzw. komplett ablösen möchte, da sich hier viele Erweiterungsmöglichkeiten anbieten.

 

Webmastermodell (Präsentationsmodell)

Hier konzentriert sich die Arbeit und Hauptverantwortlichkeit auf eine Person: den Webmaster. Er ist für die Pflege und das Einarbeiten der Beiträge zuständig. Die einzelnen Redakteure arbeiten ihm die Beiträge zu. Der Hauptverantwortliche ist somit der Einzige, der sich mit Webdesign, HTML, PHP,  JavaSript usw. Programmierung auskennt. Die anderen Mitarbeiter arbeiten ihm einfach nur die Texte zu.

Ein großer Nachteil dieses Modells ist natürlich, dass bei plötzlicher Krankheit oder Urlaub des Webmasters die Internetseite zum Erliegen kommt. Der Webmaster, als einziger mit der Hauptverantwortung, kann schnell überlastet sein. Sinnvoll ist es daher, dass sich dieser noch einen Assistenten sucht, den er in seinen Aufgabenbereich einarbeitet und der zur Not auch bei Ausfall einspringen kann.

Das Webmastermodell lässt aufgrund der hohen Anforderungen an den Verantwortlichen eigentlich nur zu, dass die gedruckte Schülerzeitung eins zu eins in das Internet gestellt wird, sonst würde sich der Webmaster gnadenlos überarbeiten. Als einzige Ergänzung zur Printform ist denkbar, dass bei Interviews und Artikeln die ursprüngliche Länge online gestellt wird und nicht die gekürzte Form der Printausgabe. Für Extra-Artikel oder Zusatzinformationen bietet dieses Modell ebenso Raum.

 

Internet-AG-Modell

Genau wie die AG Theater, Darstellendes-Spiel oder Video wird die AG Internet von einem Lehrer geleitet. Er übernimmt die gesamte Koordination und Planung. Damit entfällt für den Einzelnen natürlich die Verantwortung und man kann zudem noch Pluspunkte bei dem entsprechenden Lehrer sammeln. Natürlich erfährt bei diesem Modell eure Seite eine höhere Akzeptanz vor allem im Kollegium, als wenn ihr das Ganze in Eigenregie übernehmt, aber ihr habt natürlich auch selber weniger Spielraum. Der Lehrer wird derjenige sein, der die inhaltliche Richtlinie vorgibt. Es kann auch durchaus passieren, dass dadurch aus eurer ursprünglich geplanten Online-Schülerzeitung ein Online-Schulauftritt wird, da meist das Ziel ist, die Schule online zu präsentieren. Ein weiterer kritischer Punkt ist natürlich die Zensur, die durch den Lehrer passieren kann. Wenn er einen Artikel nicht möchte, wird er nicht veröffentlicht.

Am besten ihr sprecht alle Richtlinien vor Beginn der Arbeit ab und fertigt notfalls einen Vertrag an. Redet auch mit dem Lehrer. Euer Ziel sollte nach wie vor sein, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen. Wenn der Lehrer darauf nicht eingehen will, solltet ihr von diesem Modell eher Abstand nehmen.

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Finanzierung

Die Finanzierung einer Internetseite ist gegenüber einer gedruckten Schülerzeitung ein wenig schwieriger. Bei Onlinezeitungen können genauso Werbepartner gefunden werden, jedoch gibt es hier ein paar Besonderheiten.

 

Ein Hauptsponsor

Versucht einen Partner aus eurer Stadt zu finden, der euch die gesamten Kosten für den Internetauftritt finanziert. Im Gegenzug wird das Logo (inkl. Verlinkung) auf der Startseite und allen weiteren Unterseiten optisch gut positioniert. Ihr solltet trotzdem aufpassen, dass ihr euch nicht vollkommen an den Unterstützer „verkauft“. Bei redaktionellen Beiträgen über den Sponsor solltet ihr nicht zu unkritisch sein, da ihr sonst schnell unglaubwürdig werdet.

Tipps für Hauptsponsoren:

  • Diskotheken
  • Computerläden
  • Schreibwarengeschäfte
  • Fahrschulen...

 

Bannerwerbung

Genau wie beim Anzeigenverkauf versucht ihr Werbeplätze auf der Internetseite anzubieten. Sprecht vorher mit eurem Webdesigner, welche Größen und welche Positionen machbar sind. Am besten erarbeitet ihre eine Preisliste und zeigt dem Kunden einen Screenshot. Erklärt dem Kunden, wer eure Seite nutzt, wie oft sie aktualisiert wird und was seine Vorteile sind (Verlinkung, direkter Zielgruppenkontakt. Passt aber auf, dass weder jugendgefährdende Werbung wie für Tabak, Alkohol oder Glückspiel dabei ist. Und natürlich solltet ihr auch nicht übereifrig eure ganze Seite mit Werbung vergeben, da das die Leser abschrecken könnte.

Tipps für Onlinewerbekunden:

  • Fahrschulen
  • Reisebüros
  • Buchläden
  • Telefonläden
  • Cafés...

 

Anzeigenwerbung plus Banner

Wenn ihr noch eine gedruckte Schülerzeitung habt, braucht ihr euren Anzeigenkunden einfach nur zu der üblichen Anzeige die Bannerwerbung anbieten. So könnt ihr zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und bindet zusätzlich eure Partner an euch.

Hinweis

Da sich im Internet sehr vieles verändert, können wir hier leider nicht auf das Web 2.0 eingehen, da Hinweise hierüber schnell veraltet sein könnten. Wir werden dennoch versuchen, hier aktuell zu sein und bieten sonst die Möglichkeit an, aktuelle Fragen im Schülerzeitungs-Forum zu klären.

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Weitere Fragen?

Die Zukunft der Schülerzeitung ist online? Wie präsentiere ich mich als Schülerzeitung im Internet? Welche Web 2.0 - Elemente dürfen nicht fehlen? Soll die Zeitung nur noch online erscheinen? Spannende Fragen über die man hier im Schülerzeitungs-Forum debattieren kann.

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