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Werkstattmedium für junge Medienmacher

Körperkult
Spieglein, Spieglein an der Wand

Unseren Körper tragen wir immer mit uns. Wir können ihn nicht einfach wie ein paar Schuhe ablegen und vergessen. Wir zeigen ihn täglich, und in gewisser Weise ist er auch immer ein Spiegelbild unserer Person und Persönlichkeit. Wir können ihn formen, verhüllen, entblößen, mit ihm spielen und – wenn wir möchten – ein provokantes oder perfektes Ich zur Schau stellen. Was reizt also gerade junge Menschen, deren Kapital ihre Jugend und Unverbrauchtheit sind, am perfekten Spiegelbild?

Wenn Max morgens in den Spiegel blickt, tut er das mit einem breiten Grinsen. Innerhalb von wenigen Sekunden stellt der 19-Jährige jeden Morgen fest: Sein Körper ist perfekt. Dank harter Arbeit. Dreimal pro Woche trainiert Max im Fitnessstudio. Seine Motivation kann er in ein paar Worte fassen: Er will sportlich und muskulös aussehen. Das kommt gut bei Frauen an und stärkt sein Selbstbewusstsein.

Wie oft und wie lange Max ins Fitnessstudio geht, steht schwarz auf weiß in seinem Trainingsplan, den er alle sechs bis acht Wochen mithilfe einer Onlinesoftware optimiert. Dreimal pro Woche zu trainieren, ist das perfekte Maß, wenn man schnell Muskeln aufbauen möchte. Eine große international operierende Fitnessstudiokette bringt es mit ihrer Faustformel auf den (Trainings-)Punkt: 40 Prozent Training, 40 Prozent passende Ernährung, 20 Prozent ausreichende Ruhepausen. Damit soll der Trainingserfolg garantiert sein. Das hat auch Max verinnerlicht. Denn der Wert, den sein perfekter Körper für ihn hat, zeigt sich auch in seinem Er­nährungsplan: Viel Eiweiß ist sein höchstes Gebot. Statt auf das Klischee von künstlichen Proteinen hereinzufallen, schwört Max auf ein halbes Kilo Quark am Tag: „Das ist erstens nicht besonders teuer und zweitens auch gesünder als die umstrittenen Nahrungsergänzungsmittel.“

Doch nicht allen Jugendlichen gelingt es wie Max, ein gesundes Mittelmaß zu finden: Über 10 Prozent der Magersüchtigen sind laut Eating Disorders Association (EDA) Männer, bei denen eine Essstörung häufig mit der Gier nach Sport und dem exzessiven Aufbau von Muskeln verbunden ist. Diese krankhafte Erscheinung nennt sich Adonis-Komplex.

Wer schön sein will, muss leiden
Die Busfahrt zum nächsten großen Fitnesscenter dauert zwar nur 20 Minuten, allerdings fährt der Bus auch nur zweimal pro Stunde. Aber das ist es ihm wert. Den Mitgliedsbeitrag von 20 Euro pro Monat zahlt der Abiturient von seinem Taschengeld. Seit drei Jahren ist er Mitglied, weil ihm seine Eltern vorher ihre Zustimmung verweigert hatten. Es hätte wenig genutzt, da auch sein Fitnessstudio Jugendliche erst ab 16 Jahren aufnimmt. Einige Fitnesscenter akzeptieren minderjährige Mitglieder bereits ab dem 14. Lebensjahr – wenn die Er­ziehungsberechtigten bereit sind, den Vertrag zu unterschreiben.

Max erzielt mit seinem einseitigen Muskelaufbautraining schnell sichtbare Erfolge, die er gerne in Muskelshirts präsentiert. Allerdings rät ihm sein Trainer im Fitnessstudio, einseitiges Training zu vermeiden und animiert ihn immer wieder auch die Cardio-Geräte wie Laufband, Cross-trainer oder den Fahrradergometer zu benutzen. Durch das Ausdauertraining kann man sein Herz-Kreislauf-System langfristig verbessern und so neben dem optischen Erscheinungsbild auch die Gesundheit fördern.

Hässliches Entlein?
Anders als bei Max verursachte der Blick in den Spiegel bei Marie lange Zeit kein breites Grinsen. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah sie jeden Morgen in Sekundenschnelle alle Schönheitsmakel: Die Nase ist viel zu groß, die Augen stehen zu eng beieinander, der Stirnansatz ist zu hoch und die Lippen sind viel zu schmal. An manchen Tagen fiel es der heutigen Studentin richtig schwer, überhaupt irgendetwas an sich schön zu finden.

Das Gefühl, unattraktiv zu sein, schränkte Marie in ihrem Alltag komplett ein: „Auf Partys konnte ich mich deshalb erst gar nicht freuen und bin oft lieber daheim geblieben.“ Der Gedanke an ihr Äußeres ließ die damals 16-Jährige nicht mehr los. So diskutierte sie stundenlang mit ihren Eltern über eine Nasenkorrektur und bat sogar ihre Oma um finanzielle Unterstützung. Doch ihre Familie konnte ihre Probleme nicht nachvollziehen und war nicht bereit, einen chirurgischen Eingriff zu unterstützen. „Ich wollte damals einfach nicht verstehen, was gegen eine Nasenkorrektur spricht. Schließlich ist das Anlegen von Segelohren auch legitim, obwohl es sich ebenfalls um einen chirurgischen Eingriff handelt“, erzählt Marie.

So wie Marie geht es vielen Jugendlichen: Über 25 Prozent aller Schönheitsoperationen werden laut Angaben der deutschen plastischen Chirurgen an unter 25-Jährigen durchgeführt. Mit Einwilligung der Eltern sind Schönheitsoperationen an Minderjährigen erlaubt. Jedoch sind die Risiken, wie auch Marie bei einem Beratungsgespräch erfahren hat, bei Jugendlichen besonders hoch. Zum einen, weil sich der Körper noch im Wachstum befindet und zum anderen auch aus entwicklungspsychologischen Gründen.

Als Marie 18 wurde und endlich die Möglichkeit zur OP hatte, erschien ihr der Eingriff nicht mehr sehr sinnvoll und notwendig. Zwischenzeitlich ist sie froh, diesen, wie sie selbst sagt, gefährlichen Schritt nicht unternommen zu haben. „Das ganze Geld und die Schmerzen hätten sich nicht gelohnt. Und außerdem ist meine Nase ehrlich gesagt ziemlicher Durchschnitt. Ein Körper ist schließlich keine Baustelle und mein Gesicht ist Teil meiner Identität“, meint die 20-Jährige heute.

Ein strahlendes Lächeln
Lena ist mit ihrem Aussehen sehr zufrieden, jedoch nur, wenn sie geschminkt ist. Seit diesem Jahr erfreut sich die BWL-Studentin im ersten Semester beim Blick in den Spiegel besonders an ihrem frisch gekauften Zahnpasta-Lächeln. Den Traum von einem professionellen Zahn-Bleaching erfüllte sie sich zur Volljährigkeit. Dafür investierte Lena viel Zeit und Geld: „Ich klapperte innerhalb von zwei Wochen vier Zahnarztpraxen ab, um Preise zu vergleichen, mich über mögliche Nebenwirkungen zu informieren und mich dabei auch zu vergewissern, dass die Qualität der angebotenen Leistung stimmt.“ Nach zwei mehrstündigen Zahnbehandlungen für fast 400 Euro hat Lena ihr gewünschtes Ergebnis – weiße Zähne, die, wenn es nach ihr ginge, ruhig noch etwas heller sein könnten.

Mit 13 Jahren fing die heute 18-Jährige an, allerlei Kosmetikprodukte auszuprobieren. Was sich anfangs noch auf etwas Nagellack und Mascara beschränkte, nahm immer stärkere Ausmaße an. Als sie eines Morgens in die Schule kam, wurde sie gefragt, ob sie in einen Farbtopf gefallen sei. Solche Bemerkungen sind Lena heute egal. Zu wissen, dass andere am liebsten alles, was sie sich stundenlang in Gesicht gepinselt hat, einfach wieder abwaschen würden, stört die Studentin nicht. Sie hat ihr eigenes Verständnis von Schönheit. Damit ist sie nicht allein. Den meisten Frauen ist es wichtig, für sich selbst schön zu sein. Das zeigt auch eine Studie der Zeitschrift Brigitte, laut der sich 94 Prozent der 28.000 Befragten für sich selbst schön machen, um sich wohler und selbstsicherer zu fühlen.

„Früher ging mein Taschengeld eigentlich komplett für Kosmetik drauf“, erzählt Lena. „Heute habe ich feste Kosmetikserien. Die sind zwar teurer, dafür verbrauche ich sie aber auch bis auf den letzten Tropfen. Das dankt auch meine Haut. Vom vielen Herumexperimentieren war meine Haut früher öfter gereizt oder die Wimpern brachen ab. Jetzt habe ich alles im Griff und bleibe dabei: Aussehen ist eine Ausdrucksform der Persönlichkeit.“

Kleine Schönheitsgötter
Die Begeisterung für Kosmetikprodukte beginnt heute oft schon im Kindesalter. Wer durch einen Drogeriemarkt geht, findet rosaglitzernde Prin­zessinnen-Dusch- und -Badeserien oder „wilde“ Pflegeserien für den jungen Gentleman. Doch was im Regal funkelt und eine magische Anziehungskraft auf Kinder ausübt, enthält oft viele Duftstoffe, die Allergien hervorrufen können. Kosmetikprodukte sind längst nicht alles, womit die Kinder zum Kunden der Schönheitsindustrie werden sollen. Mittlerweile bieten schon renommierte Wellnesscenter Behandlungen wie Schokomasken oder Schönheitsbäder für Kinder an. Psychologen warnen vor solchen Angeboten, weil sie den Narzissmus der Kleinen stark steigern und zu einem verschobenen Wertebild führen könnten.

Des Guten zu viel
Lena weiß, dass sie sehr viel Zeit in ihr Aussehen investiert, findet das aber in Ordnung. Ernsthafte Probleme sieht sie jedoch bei ihrer besten Freundin Kathrin. „Kathrin legt, seit wir uns kennen, sehr viel Wert auf Schönheit“, erzählt die Freundin. Sie geht häufig ins Solarium, während Lena aus Angst vor Hautkrebs nur noch Bräunungscreme verwendet. „Wenn es um ihr Äußeres geht, ist sie ein richtiger Perfektionist“, erzählt Lena. „Deshalb schränkt sie sich auch in ihrer Ernährung stark ein und macht fast täglich Sport, um schlank zu bleiben. Mit ihren wechselnden Diäten geht sie uns allerdings nicht nur auf die Nerven. Wir alle machen uns schon länger Sorgen, weil sie immer dünner wird. Im Urlaub ist sie sogar früher aufgestanden, um bereits vor dem Frühstück eine Runde zu joggen. Es ist schwer für uns Freunde, das nachzuvollziehen.“

Max, Marie und Lena sind sich deshalb einig: Sie wollen bei ihrem eigenen „Kampf“ um einen schönen, bewundernswerten oder subjektiv perfekten Körper nie die Kontrolle verlieren und Gefahren für ihre Gesundheit schaffen.

Anna Ruppert: Die 19-Jährige studiert Lehramt Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Pädagogik bei Verhaltensstörung in Würzburg. In ihrer Freizeit treibt sie gerne Sport, jedoch lieber an der frischen Luft als im Fitnessstudio. Außerdem schreibt sie gerne Artikel für Just, Noir und eine Regionalzeitung.

Kontakt zur Autorin:  Ihr habt Fragen an die Autorin?
So erreicht ihr Anna Ruppert:  @annaruppert(at)web.de

annaruppert(at)web.deDer Inhalt in Stichpunkten:
Berichterstattung über ein verändertes Körperbild
Begriffsdefinition Körperkult
Beispiele für gesunden Körperkult
Beispiele für schädlichen Körperkult
Was bedeutet der Trend um den perfekten Körper für die eigene Gesundheit?
Wie gelingt ein gesundes Maß an Schönheit?

AOK-Experteninterview
PD Dr. Sabine Knapstein, Fachärztin und Leiterin der Medizinischen Qualitätsförderung bei der AOK Baden-Württemberg, weiß, welchen Einfluss das äußere Erscheinungsbild auf das Wohlbefinden junger Menschen hat.

Körperkult beginnt bei Jugendlichen heute oft schon sehr früh. Wo lauern die Gefahren?

Die Pubertät ist eine Zeit der Orientierungssuche und der Körper noch stark in der Entwicklung, so etwa bis zum 20. Lebensjahr. In dieser Zeit ist eine einseitige Lebensweise daher unter Umständen folgenreich.

Haben Menschen, die extrem viel Wert auf ihr Äußeres legen, weniger Selbstbewusstsein?

Extreme Einstellungen können unterschiedliche Ursachen haben. Oftmals steht der Wunsch nach Abgrenzung gegenüber dem familiären Umfeld dahinter, was in der Pubertät normal ist. Die Frage ist, wie die Abgrenzung erfolgt. Hilfreich ist da oft auch ein Auslandsaufenthalt, um sich selbst zu erproben und dadurch Selbstbewusstsein zu fördern. Aber auch Hobbys wie Sport oder Musik fördern das Selbstvertrauen, sofern die Betätigung Spaß macht.

Schönheit und Erfolg. Inwieweit hängen diese beiden Eigenschaften zusammen?

Wichtig ist heutzutage vor allem die soziale Kompetenz, das heißt, wie gut kann ich kommunizieren und mich anderen Menschen mitteilen. Schönheit ist in bestimmten Berufen wichtig, aber nicht grundsätzlich ein wichtiger Erfolgsfaktor.         

Neues familiäres Rollenverständnis
Der Familien-Survey des Deutschen Jugendinstituts begründet dies unter anderem mit dem familiären Rollenverständnis, das sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert hat: War für die Generation von Marcos Eltern der Kampf um Autonomie untrennbar mit dem Erwachsenwerden verbunden, findet dieser heute immer seltener statt. Zum anderen wurden die Reibungspunkte zwischen den Generationen immer geringer, „da sich das Erziehungsideal von einem autoritären zu einem partnerschaftlichen Verhältnis entwickelt hat“, wie dem Survey zu entnehmen ist.

„Klar verstehe ich mich gut mit meinen Eltern – aber trotzdem musste ich nach 20 Jahren mal raus“, erklärt Josephine und schließt die Tür auf. „Meine ersten eigenen vier Wände“, sagt sie stolz und ergänzt: „Naja, zumindest teilweise – ich habe ein eigenes Zimmer, die übrigen Räume nutzen wir gemeinschaftlich.“ Wir, damit meint Josephine die 4er-WG, in die sie vor drei Jahren einzogen ist. Seitdem entscheidet sie selbst, wann sie aufsteht und das Bad putzt. Niemand schaut verdutzt, wenn sie sich nach Mitternacht ein Spiegelei brät, oder möchte wissen, wie die Freunde heißen, die zu Besuch sind.

Auch Eltern klammern
„Kind bleibt Kind“, ist sich Josephine sicher, „auch wenn das Kind irgendwann erwachsen ist.“ Sie ist sich sicher, dass sie ohne ihren Auszug nie so schnell selbstständig geworden wäre. „Ich glaube, meine Eltern hatten an meinem Auszug mehr zu knabbern als ich“, blickt die Studentin zurück: „Während für mich alles neu und spannend war und mit dem Studium ein neuer Lebensabschnitt begann, blieben meine Eltern alleine in unserem großen Reihenhaus zurück.“ Tatsächlich sind es nicht nur die Kinder, die an der gemeinsamen Wohnung mit den Eltern festhalten. Besonders Mütter haben Angst vor einem stillen und leeren Haus – Experten sprechen hier von einem „Empty-Nest-Syndrom“. So klammern nicht selten auch die Eltern, bemuttern den längst erwachsenen Nachwuchs und beseitigen stillschweigend seine schmutzigen Socken, anstatt loszulassen.

Studenten bevorzugen Wohngemeinschaften
Wer an den Rundumservice der Eltern gewöhnt ist, sieht immer weniger einen Grund, sich auf eigene Beine zu stellen. Entwicklungspsychologen warnen vor einem zu langen Nesthockertum: Durch die sogenannte Spät-Adoleszenz setzt alles später ein und die Betroffenen hinken ihren Altersgenossen in sämtlichen Punkten hinterher: Partnerwahl, Familiengründung, aber auch das autonome Selbstwertgefühl. Nach der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks ist das Wohnheim eine beliebte Wohnform unter Studenten: 2009 entschieden sich 12,4 Prozent für das gemeinschaftliche Wohnen mit Kommilitonen. Spitzenreiter bei den studentischen Wohnungen ist die Wohngemeinschaft mit 25,8 Prozent, kurz darauf folgt bereits die elterliche Wohnung, in der 23,4 Prozent während des Studiums leben. 17,2 Prozent leben allein in einer Wohnung, 19,9 mit dem Partner. Nur 1,5 Prozent der Studenten wohnen zur Untermiete.

Zu diesem geringen Prozentsatz gehört Sabrina, die in einer eher ungewöhnlichen Wohnkonstellation lebt: Die 63 Jahre ältere Marianne ist ihre Vermieterin. Sabrina hat ihr eigenes Zimmer und teilt den Rest der Wohnung mit der alten Dame, wie es ihre Kommilitonen mit Gleichaltrigen tun. „Nein, ein Mutterersatz ist Marianne nicht“, sagt Sabrina bestimmt, vielmehr ergänzt sich das ungewöhnliche Wohnduo gegenseitig: Sabrina springt ein, wo Marianne im Alltag Hilfe benötigt – dafür ist der Preis, den sie für das Zimmer in der Wohnung der Witwe zahlt, ziemlich gering. Und wenn Sabrina unterwegs ist, um Behördengänge für Marianne zu erledigen, steht abends ein dampfender Eintopf auf dem Tisch.

Auslandssemester: Auszug auf Probe
Marco möchte nicht auf ewig ein Nesthocker bleiben – „ich mache jetzt meinen Bachelor und danach mal sehen – aber meinen Master würde ich gerne in einer anderen Stadt machen“. Das hieße, das Kinderzimmer endgültig zu räumen. Bis dahin ist zum Glück noch etwas Zeit. Und davor steht ein Auslandssemester auf dem Plan – ein Auszug auf Probe sozusagen. Den Platz in einem internationalen Studentenwohnheim hat er schon sicher. „Ich bin gespannt, wie ich zurechtkomme“, freut er sich auf die neue Erfahrung.

Umgestaltung des Kinderzimmers
Josephine zog während des Studiums für ein halbes Jahr zurück zu ihren Eltern. „Das hat sich so ergeben“, blickt sie zurück: „Mein Studium beinhaltet ein verpflichtendes Praktikum und ich habe von einem Betrieb in der Nähe meiner Eltern die Zusage bekommen.“ Plötzlich soll sie wieder die Essenszeiten einhalten, auf die ihre Eltern so viel Wert legen. Sie, die sich mittlerweile in ihrer Studentenbude gut organisiert hat und während des Praxissemesters wie ihre Eltern von morgens bis abends arbeitet, soll wieder Kind sein. „Da habe ich gemerkt: Das passt nicht zusammen. Ich bin gerne bei meinen Eltern – mal übers Wochenende, zu Festen oder eine Woche während der Semesterferien, aber dann reicht es auch wieder.“

Als Sabrina nach dem Ende des Praxissemesters zurück in ihre WG zieht, nimmt sie ihre letzten Erinnerungsstücke aus dem Zimmer mit in die Studentenbude und bittet ihre Eltern, den Maler anzurufen. Das Kinderzimmer brauche dringend einen neuen Anstrich. Und würde ein bequemes Schlafsofa darin nicht hübscher aussehen als das alte Bett? Es war höchste Zeit, sich vom Kinder­zimmer zu verabschieden.

Der Inhalt in Stichpunkten:

Durchschnittsalter beim Auszug aus dem Elternhaus
Gründe für den Auszug und die Veränderungen in den letzten beiden Generationen   Der Auszug als neuer Lebensabschnitt
Warum auch noch über 20-Jährige zu Hause wohnen
Was in den Eltern vorgeht, wenn Kinder ausziehen
Folgen eines zu langen Nesthockertums
Studentische Wohnformen

 

Erschienen in der JUST-Ausgabe 01/2013

Die Autorin: Miriam Kumpf

 

Miriam Kumpf: Die 26-Jährige gründete in der 11. Klasse eine Schülerzeitung, da ihre Deutschlehrerin das ambitionierte Ziel hatte, den Schülerzeitungswettbewerb zu gewinnen. Aus dem Sieg wurde nichts, aber die Leidenschaft für Medien ist geblieben. Heute engagiert sie sich im Vorstand der Jugendpresse BW für junge Medienmacher.

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