on JUST
Werkstattmedium für junge Medienmacher

Medienwerkstatt:
Zeitmanagement bei der Schülerzeitung

Erschienen in der on JUST-Ausgabe 02/2016

Darum geht es

Auf den ersten Blick scheint Journalist ein wahrer Traumjob zu sein. Man interviewt spannende Leute und schreibt darüber. Vielleicht bist du genau deswegen auch zur Schülerzeitung gegangen. Aber schnell wird klar: Da steckt eine ganze Menge Arbeit dahinter.

Du musst erst mal recherchieren, an gute Interviewpartner herankommen und das Ganze in einem verständlichen Text wiedergeben. Damit daraus ein guter Artikel wird, braucht es Zeit, einen roten Faden, eine abwechslungsreiche Schreibe und zum Schluss eine Person, die das Ganze auf Verständlichkeit prüft sowie Rechtschreib- und Grammatikfehler ausmerzt.

Zu einer guten Schülerzeitung gehört aber noch mehr: Fotos, ein gutes Layout und Geld für den Druck. Damit das alles gut organisiert ist, sollte es regel­mäßige Redaktionssitzungen geben und vorgegebene Deadlines eingehalten werden. Leichter gesagt als getan. Schließlich muss jedes Redaktionsmitglied auch noch in die Schule gehen, Hausaufgaben machen und Prüfungen schreiben. Das darf neben der Schülerzeitung auf keinen Fall zu kurz kommen!

Um das alles unter einen Hut zu bringen, hilft es einen Kalender zu führen und To-do-Listen zu schreiben. Außerdem sollte jeder Einzelne bei der Zeitplanung für die nächste Ausgabe ein paar wichtige Schritte beachten. Welche das sind, liest du hier.

Das nimmst du für dich mit

1. Schritt: Termine und Themen

Die komplette Zeitplanung hängt vom Erscheinungstermin ab. Die einzelnen Deadlines werden von diesem Datum aus zurückgerechnet. Gibt es ein Schwerpunktthema für die Ausgabe, muss das von Anfang an klar sein. Denn danach richtet sich alles - Texte und Fotos.

2. Schritt: Redaktionsschluss

Der Redaktionsschluss ist der Abgabetermin für alle Artikel, Fotos und Werbeanzeigen. Plane genügend Zeit für Recherche und Schreibprozess ein. Auch bei der Werbung braucht es ausreichend Vorlauf, um bei verschiedenen Werbepartnern anzufragen. Achtung: Wirksame Werbeverträge können nur von Volljährigen abgeschlossen werden!

3. Schritt: Korrektur und Layout

Jeder Artikel muss gegengelesen werden! Am besten nochmals, wenn das Layout steht. Denn manchmal verschiebt sich der Zeilenumbruch; Fehler entstehen.

4. Schritt: Druck

Bevor die Zeitung in Druck gehen kann, solltest du checken, welche technischen Vorgaben die Druckerei hat. Auch hier sind Fehlerquellen versteckt! Vergleiche zusammen mit deinem Team außerdem die Preise verschiedener Copyshops. Online-Druckereien sind oft günstiger.

5. Schritt: Auf ein Neues!

Nach dem Erscheinungstermin ist vor dem Erscheinungstermin. Deshalb gilt: Sobald die Zeitung aus dem Druck kommt und an die Mitschüler verkauft ist, geht alles von vorne los. Deshalb: Gleich weiter-planen schützt auch bei zukünftigen Ausgaben vor Terminengpässen!

Da geht’s WWWeiter

 

  • Im Schülerzeitungshandbuch gibt es ein ganzes Kapitel zur Redaktionsorganisation, inklusive „Zeitplan“. Hier kannst du die Online-Version nachlesen: https://infos.digital/j216_t9
  • Die Hanns-Seidel-Stiftung hat einen Leitfaden für Schülerzeitungsredakteure zusammengestellt. Das Schülerzeitungs-Einmaleins findest du hier: https://infos.digital/j216_t10
  • Auf der Homepage der „on“ findest du verschiedene Tipps zum Thema Zeitmanagement speziell für Schüler. Du kannst auch testen, wie gut dein Zeit­gefühl ist: https://infos.digital/j216_t11
  • Auch YouTuber beschäftigen sich mit dem Thema Zeitmanagement. Hier gibt es zwei Beispielvideos: Video 1: https://infos.digital/j216_t12
    Video 2: https://infos.digital/j216_t13

Von Siegern lernen

Seit mittlerweile fünf Jahren unterstützt die AOK den Schülerzeitungswettbewerb der Länder (kurz: SZW), der von der Jugendpresse Deutschland ausgerichtet wird, mit einem Sonderpreis. Wir haben die Siegerredaktionen angeschrieben und gefragt, wie sie abwechslungsreiche Ausgaben erstellen, die pünktlich und regelmäßig erscheinen.

Zwei Redaktionen haben geantwortet: Die „Reporterkids“ Der Grund- und Oberschule Schenkenland und die Redaktion von „Schulgeflüster“ vom Berufskolleg Friedrich-Albert-Lange. Ihre Tipps und Tricks verraten sie jeweils im Kurzinterview:

Wie weit im Voraus plant ihr eure Schülerzeitung?

Reporterkids: Wir planen jede Ausgabe sechs bis acht Schulwochen vor Erscheinen und füllen sie mit Texten, Fotos und gemalten Bildern.

SCHULGEFLÜSTER: Bei uns gibt es aktuell immer nur eine Nummer pro Schuljahr. Deshalb planen wir jetzt schon die Ausgabe für nächstes Schuljahr 16/17.

Was frisst am meisten Zeit?

Reporterkids: Das Eintippen des Textes in den Computer und das Gestalten am Rechner. Wir sind zwölf Redakteure im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren (1.- 6. Klasse). Da brauchen die Jüngsten einfach Hilfe von den „Großen“.

SCHULGEFLÜSTER: Definitiv das Layout.

Was macht ihr, wenn ein Autor abspringt?

Reporterkids: Dann füllen wir die Seite spontan mit „Unterhaltung“, also zum Beispiel mit einer Ausmalseite oder Witzen, die sehr gern gelesen werden.

SCHULGEFLÜSTER: Dann suchen wir einen neuen. Das geht bei so einer langen Vorlaufzeit.

Was macht ihr, wenn ein Artikel nicht freigegeben wird?

Reporterkids: Das hatten wir noch nie. Wir durften bisher alles veröffentlichen.

SCHULGEFLÜSTER: Dann sprechen wir mit dem Gesprächspartner und suchen einen Kompromiss. Das hat bislang immer sehr gut funktioniert.

Wo bekommt ihr eure Fotos und Kontakt zu Experten her?

Reporterkids: Wir schießen unsere Fotos selbst oder illustrieren die Artikel. Die besonderen Interviewpartner (z. B. den brandenburgischen Ministerpräsidenten Dr. Woidke oder Bildungsministerin Prof. Wanka) haben wir jeweils mit einem netten Brief angeschrieben und um ein Interview gebeten. Anderen Promis wie Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier oder dem Musiker Peter Maffay haben wir uns einfach in den Weg gestellt und spontan mit Fragen gelöchert – das war ganz schön aufregend!

SCHULGEFLÜSTER: Gute Fotos machen unsere Redakteure. Experten finden wir durch eigene Recherchen.

on JUST-Checkliste für drei Worst-Case-„Klassiker“

Was tun, wenn …

… ein Interview nicht freigeben wird?

Rede noch mal mit dem Interviewpartner. Vielleicht möchte er nur bestimmte Stellen nicht veröffentlicht haben. Im schlimmsten Fall musst du die Seite anderweitig füllen. Manche Zeitungen haben für diesen Fall neue Artikel auf Vorrat. Oder bebildere die anderen Artikel mit zusätzlichen Fotos.

… du selber zu einem bestimmten Thema  keine Fotos machen kannst?

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder du fragst einen Experten, ob er dir zum Thema passende Fotos rechtefrei zur Verfügung stellen kann - gegen Quellenangabe. Oder du checkst die sogenannten Stock Photos. Das sind lizenzfreie Fotos im Internet.

… deine Redaktion nicht genügend finanzielle Mittel hat?

Am besten suchst du zusammen mit deiner Redaktion Werbepartner, die regelmäßig eine Anzeige schalten. Bietet Paketangebote an, bei denen der Werbepartner spart, wenn er sich für mehrere Ausgaben bindet. Eine zweite Möglichkeit ist, online zu gehen. Vielleicht darf deine Redaktion die Schul-Homepage nutzen oder pfiffige Nerds helfen dabei, eine eigene Homepage aufzusetzen. Vor allem für Blogger gibt es einfache Online-„Baukästen“, die in der Grundversion meist kostenfrei sind. Hilfe bietet auch die Jugendpresse Deutschland e. V.

Die Autorin: Jasmin Liese

Jasmin Liese macht aktuell ihren Master in Interkultureller Kommunikation. Sie hat einen Bachelor in Europastudien und absolvierte bereits journalistische Praktika in mehreren deutschen Städten, Melbourne und New York City. 

jasminliese@web.de

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