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Werkstattmedium für junge Medienmacher

Wie Schülerzeitungen Facebook richtig nutzen

Facebook gehört zu den beliebtesten Onlineanwendungen bei Jugendlichen. Hier werden Beiträge, Fotos und Videos gepostet, geliked, kommentiert und geteilt. Dementsprechend hoch sind auch die Nutzungszeiten des sozialen Netzwerks durch seine jungen Nutzer. Folglich kann Facebook wunderbar dazu dienen, Inhalte an junge Menschen zu bringen. Wie macht man dies aber als Schülerzeitung richtig?

Aller Anfang ist schwer: Als Erstes gilt es, für euer Magazin eine Facebook-Seite zu erstellen, über die später die Inhalte veröffentlicht werden sollen. Dazu wählt ihr auf der Einrichtungsseite am besten im Bereich Unterhaltung die Kategorie Magazin aus und gebt den Namen eurer Schülerzeitung an. Im nächsten Schritt könnt ihr die URL festlegen, über welche die Facebook-Seite erreichbar sein soll. Achtet dabei darauf, dass sie möglichst kurz und einfach zu merken ist, da zukünftige Besucher die Seite über diese Adresse aufrufen.

Als Erstes: Facebook-Seite einrichten

Das Facebook-Profil der Schülerzeitung sollte mit Daten wie Erscheinungsterminen, der Geschichte des Magazins oder Internetadressen zu weiteren Onlineauftritten, wie einem Blog oder Twitter-Account, ausgestattet sein. Das hilft den Besuchern der Seite später, mehr über die Schülerzeitung zu erfahren und einfach auf andere Onlineangebote zugreifen zu können. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, eine Beschreibung zur Seite zu verfassen. Darin können die Besucher der Seite ins­besondere solche Informationen finden, die der Autor nicht über vordefinierte Felder geben kann. Das Feld „kurze Beschreibungen“ bietet außerdem die Möglichkeit, weitere kurze Angaben zur Schülerzeitung zu veröffentlichen, zum Beispiel den Namen der Schule. Was in diesem Feld aber unbedingt vorhanden sein sollte, ist ein gültiges Impressum bzw. ein Link dazu, um dem in Deutschland geltenden Recht Folge zu leisten.

Zu guter Letzt geht es darum, die erstellte Seite ansprechend zu gestalten. Das heißt, ihr ladet ein Profilbild für die Facebook-Seite hoch. Hierbei solltet ihr eines mit Wiedererkennungswert benutzen. Dafür eignet sich besonders gut das Logo der Schülerzeitung oder ein auffälliger Teil davon. Auch die Auswahl eines guten Titelbildes kann die eingerichtete Seite aufpeppen. Sind alle diese Schritte erledigt, ist die Facebook-Seite einsatzbereit. Was jetzt noch fehlt, sind Inhalte und Likes.

Die neue Aufgabe als Moderator

Schon mal vorweg: Wer denkt, Journalismus auf Facebook funktioniert genauso wie bei einem Print- oder Onlinemagazin, liegt falsch. So klappt zum Beispiel das Veröffentlichen von ganzen Artikeln auf Facebook gar nicht. Denn Facebook hat andere Regeln und wird von seinen Mitgliedern anders genutzt als typische journalistische Medien. Genau das muss eine Schülerzeitungsredaktion beachten, wenn sie Facebook als Medium nutzen will.

Im Gegensatz zum klassischen, eindimensionalen Journalismus, bei dem ein Redakteur Informationen sendet und der Leser diese rezipiert, beruht Facebook auf Kommunikation und Interaktion. Die Besucher einer Facebook-Seite möchten nicht nur Informationen erhalten, sondern auch ihre Meinungen zu etwas abgeben und sich mit anderen austauschen. Der Inhalt, jetzt die Beiträge der Nutzer, kommen nicht mehr nur von der Schülerzeitung. Vielmehr übernimmt diese auf Facebook die Auf­gabe eines Moderators. Sie macht die Besucher auf Themen aufmerksam und motiviert die Besucher, sich auf der Seite zu beteiligen und umzusehen.

Natürlich soll das nicht heißen, dass eine Schülerzeitung ab sofort nur noch Themen vorgeben soll, statt fundierte Artikel zu verfassen. Es darf nicht vergessen werden, dass Facebook keinen guten Journalismus ersetzen kann, aber eine bedeutende Erweiterung dazu darstellt. Ziel ist es also, Inhalte aus dem Print- oder Onlinemagazin auf geeignetem Weg mit Facebook zu verknüpfen. Eine Möglichkeit dafür besteht darin, wie gewohnt im eigentlichen Schülerzeitungsmedium über Themen zu berichten und Facebook parallel dazu als Diskussionsplattform zu benutzen. Beispielsweise postet ihr dazu auf der Facebook-Seite einen Verweis auf den entsprechenden Artikel im Heft bzw. einen Link und nennt die Autorenmeinung – welche, um den Austausch anzuheizen, durchaus kontrovers sein darf. Dadurch können die Facebook-Nutzer ihre Meinungen abgeben, sich austauschen und gleichzeitig erhält der Autor Feedback zu seinem Text.

Der Facebook-Stil

Die wichtigste Zahl einer Facebook-Seite sind ihre Likes, also die Zahl der Personen, denen die Seite gefällt. Selbstverständlich könnt ihr diesen Wert steigern, indem ihr die erstellte Seite euren Freunden empfehlt und diese wiederum das Gleiche bei ihren Freunden tun. Beim Start der eigenen Facebook-Präsenz ist diese Methode sogar notwendig und im weiteren Verlauf durchaus in Ordnung. Allerdings ist es auf Dauer wichtig, dass sich der Prozess der Zunahme an Likes verselbstständigt. Auch wenn das kompliziert klingen mag: Das ist gar nicht so schwer.

Zunächst sollte gewährleistet sein, dass die Redaktion auf der Seite regelmäßig Beiträge veröffentlicht, da bei zu langem Ruhen der Aktivitäten auf der Seite anderenfalls schnell das Interesse abnehmen kann. Für eine Schülerzeitung ist ein täglicher Beitrag perfekt, drei pro Woche reichen aber auch aus. Die Posts müssen nicht immer extrem ausgearbeitete Beiträge oder Verweise darauf sein. Hin und wieder reichen auch kurze Gedankengänge, Fotos oder Videos – denn es zählt primär die Quantität. Im Mittelpunkt sollte jedoch immer die Zielgruppe der Facebook-Seite stehen, die sich mit den Beiträgen identifizieren kann, sich also für sie interessiert. Deshalb eignen sich aktuelle Alltagsthemen besonders gut und sorgen schnell für Likes und Kommentare, welche auch für die Freunde der jeweiligen Urheber zu sehen sind und die Reichweite der Seite somit zusätzlich steigern. Und wer auf Facebook auf eine Seite trifft, auf der ein oder mehrere Freunde aktiv sind, gibt gerne auch sein eigenes Like dazu.

Wichtig ist neben der häufigen Aktivität auf der Seite auch, die einzelnen Beiträge ansprechend zu gestalten. Dadurch fällt dem Nutzer beim Überfliegen der Neuigkeiten auf Facebook der Beitrag mit höherer Wahrscheinlichkeit ins Auge und er befasst sich damit. Deshalb ist es gut, wann immer es passt, ein im Vergleich zum Text auffallendes Foto mit einem Post zu verwenden. Auf der Hand liegt auch, dass Texte niemals zu lang sein dürfen, da die meisten Nutzer sich sonst gar nicht erst die Mühe machen, ihn zu lesen.

Facebook lässt sich durchaus sinnvoll für Journalisten und Magazine einsetzen. Vor allem Schülerzeitungen können daraus Nutzen ziehen und ihre junge Zielgruppe direkt ansprechen. Hier ist aber ein Umdenken nötig, da auf Facebook kein klassischer Journalismus funktioniert. Wer versteht, wie Facebook funktioniert und es richtig nutzt, kann es als effiziente Erweiterung für sein Magazin heranziehen und sich zusätzliche Möglichkeiten, wie den unmittelbaren Kontakt zu den Lesern und den Austausch mit ihnen, erschließen.

Erschienen in der JUST-Ausgabe 03/2013

Der Autor: Tilman von Werthern

 

Tilman von Werthern ist Chefredakteur der mehrfach ausgezeichneten Schülerzeitung Bunker Blatt’l aus München.

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