on JUST
Werkstattmedium für junge Medienmacher

Medienwerkstatt: Musikkritik

Erschienen in der on JUST-Ausgabe 02/2015

Darum geht es

Musik ist überall. Wir hören sie im Radio, über das Smartphone, über Streaming-Dienste im Internet oder im Club beim Feiern. Auch wenn heutzutage immer weniger Leute Schallplatten und CDs kaufen, ist das Interesse an Musik ungebrochen. Deswegen gibt es auch immer noch Musikkritiker. Sie suchen nach neuer Musik und bewerten diese. Das kann das Album einer Newcomer-Band sein, aber auch ein neues Lied von einem schon bekannten Künstler.

Es gibt verschiedene Arten von Musikkritik. Man kann einen einzelnen Song, ein ganzes Album, einen Sampler (also eine CD mit Liedern von verschiedenen Künstlern), ein Konzert oder einen Künstler allgemein bewerten. Wie die Textform „Kritik“ schon sagt, darf der Autor die Musik auch kritisieren, also seine Meinung dazu äußern. Eine Musikkritik ist immer subjektiv.

Besonders Schüler beschäftigen sich mit neuester Musik. Sie laden sie herunter oder streamen sie. Deshalb ist die Musikkritik eine gute Rubrik für deine Schülerzeitung. Du kannst am besten abschätzen, welche Musik an deiner Schule angesagt ist.

Das nimmst du für dich mit

Für Anfänger:

Für deine Schülerzeitung eignet sich am besten eine geschriebene Musikkritik. Hier ein paar Tipps:

 

  • Hörbar: Versuche durch Beschreibungen die Musik für den Leser hörbar zu machen. Hierbei helfen Vergleiche: „Der Sound klingt wie …“ oder „Die Musik ist geeignet für Fans von …“.
  • Abwechslung: Wenn die Musikkritik eine feste Rubrik ist, achte auf genügend Abwechslung bei den Genres. Vielleicht gibt es auch eine Schülerband, die du vorstellen könntest.
  • Konzerte: Es muss nicht immer eine CD vorgestellt werden. Du kannst auch über ein Konzert schreiben. Hierbei kommt es nicht nur auf die Musikqualität an. Auch die Location, die Stimmung und das Bühnenprogramm sollten bewertet werden.

Für Fortgeschrittene:

Wenn du eine Onlineversion deiner Schülerzeitung hast, kannst du die Musikkritik auch als Audioversion anbieten. Dafür brauchst du allerdings ein bisschen technisches Know-how, ein Aufnahmegerät und ein Schnittprogramm. Der Vorteil: Du kannst Hooks, also die bekannteste Stelle eines Songs, mit einbauen. Dadurch bekommt der Hörer einen besseren Eindruck von der Musik. Aber aufgepasst: Für Lieder gelten besondere Nutzungsrechte. Infos gibt’s auf: www.gema.de/musiknutzer oder sprich mit einem Lehrer. Falls es bei dir in der Nähe einen Radiosender gibt, kannst du auch anfragen, ob er das Projekt unterstützen will.

 Da geht’s WWWeiter 

  • Beispiele für geschriebene CD-Kritiken bekommst du bei der „Plattenkritik“ von BR Puls, dem jungen Programm des Bayerischen Rundfunks: www.aok.de/d47c44
  • „Audacity“ ist ein kostenloses Aufnahme- und Schnittprogramm, mit dem du eine Audio-Musikkritik umsetzen kannst. Den Link zum Down­load und eine Anleitung gibt’s hier: www.aok.de/89f4cb
  • Die (Musik-)Kritik ist eine Sonderform der Textart „Kommentar“. Welche Regeln du beim Schreiben beachten solltest, findest du im Kapitel „Text- und Stilformen“ des Schülerzeitungs-Handbuchs der Jugendpresse: www.schuelerzeitung.de/handbuch

Checkliste

Am einfachsten ist eine geschriebene Musikkritik. Sobald du dich für ein Album entschieden hast, hilft dir diese Checkliste, nichts zu vergessen. die Reihenfolge ist nicht verbindlich. du kannst dich aber daran orientieren. Einfach nach und nach abhaken!

Name des Künstlers

Name des Albums

Anzahl der Tracks (evtl. gibt es eine Sonderedition des Albums mit Bonus-Tracks)

 Genre

  Zielgruppe

  Musik „hörbar“ beschreiben (Vergleiche, passende Stimmung, Instrumente, Stimme des Sängers)

  Songbeispiele (Welche Songs stechen besonders heraus und warum?)

  ansprechende Überschrift

  interessanter Einstieg

  persönliches Fazit

  evtl. Kurzbiografie des Künstlers – je nachdem wie bekannt der Künstler (schon/noch) ist

  evtl. bekannt aus: Radio, Werbung, Soundtrack eines Films

  evtl. Foto des Künstlers oder des Albumcovers – Bildrechte checken!

Experteninterview

Lars Ellenberger arbeitet als Redakteur bei Hitradio FFH.

 

Was macht eine gute Musikkritik aus?

Eine gute Musikkritik ist begründet. Also nicht nur „das ist ein toller Gute-Laune-Song“, sondern möglichst detailliert, persönlich und nachvollziehbar.

Wo kann man sich Inspiration für Musikkritiken holen?

Auf einschlägigen Musikwebsites, in Zeitschriften, aktuellen Berichten in Zeitungen und im Netz. Aber am wichtigsten ist der persönliche Eindruck, das genaue Hinhören und das Gespräch mit Kollegen, also mit den Kollegen aus der Musikredaktion, den Moderatoren und den anderen Redakteuren.

Woher kommt Ihre Leidenschaft für Musik?

Ich liebe Musik und kann nicht ohne. Ob beim Autofahren, beim Sport oder in der Bar mit Freunden: Mit Musik ist die Stimmung fast immer besser. Seit der Arbeit beim Radio ist die Leidenschaft natürlich noch weiter gestiegen.

Über welche CD haben Sie besonders gerne geschrieben?

Da fällt mir spontan das Album der Newcomer-Band Somekindawonderful aus Ohio ein. Je mehr du über einen Künstler weißt und je besser dir dessen Musik auch persönlich gefällt, desto leichter fällt es auch, eine Kritik zu schreiben. In diesem Fall habe ich das Interview mit der Band selbst vorbereitet, geführt und bearbeitet, sodass ich viele Infos über die Band einbringen konnte.

Die Autorin: Jasmin Liese

hat ihren Bachelor in Europastudien gemacht und absolvierte bereits journalistische Praktika in mehreren deutschen Städten, Melbourne und New York City. In ihrer Freizeit geht sie gerne joggen und surfen. (jasminliese@web.de)

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