on JUST
Werkstattmedium für junge Medienmacher

Internetrecherche

Erschienen in der JUST-Ausgabe 3/2014

Neun von zehn Journalisten setzen Google, Bing und Co. für ihre Recherche ein. Zu dem Ergebnis kommt eine Umfrage von „news aktuell“. Das Internet ist praktisch: Es liefert auf einen Klick unzählige Vorschläge. Aber: Darunter sind nicht nur mehr als du wahrscheinlich brauchst, sondern auch viele, von denen du lieber die Finger lassen solltest, wenn du glaubwürdig berichten willst. Die Aufgabe des Journalisten besteht zunächst darin, aus dieser Informationsflut das Wichtigste herauszufiltern. Doch woran erkennst du authentische und seriöse Quellen? Wie vermeidest du, auf Falschinformationen hereinzufallen? Wir geben Tipps für deine Medienkompetenz in Sachen Internetrecherche und wie du dich bei der Recherche im Netz nicht verhedderst.

Das nimmst du für dich mit

Suchmaschinen sind praktisch – liefern jedoch in der Regel einen Überfluss an Informationen. Die CRAP-Regel von Mick Conroy kann helfen zu filtern und die richtigen Informationen zu finden:

 

·         Clear: Ist die Information klar in der Aussage, verständlich und sind die Quellen genannt?

·         Relevant: Ist das die Information, nach der du gesucht hast? Ist sie relevant für deinen Beitrag?

·         Accurate: Ist die Information korrekt, aktuell und objektiv?

·         Pitched: Passt die Information zu der Zielgruppe, für die du deinen Beitrag erstellst?

 

Zusätzlich lohnt es sich anzuschauen, von wem die Information stammt. Wurde der Beitrag von einem Professor geschrieben, einer Lobbygruppe oder einer interessierten Privatperson? Das Impressum oder Unterseiten wie „Über uns“ können oft für Aufschluss sorgen. Für eine seriöse Internetseite spricht außerdem, wenn das Datum der letzten Aktualisierung angegeben ist und Kontaktmöglichkeiten (Anschrift, E-Mail, Telefon) genannt werden. Zuletzt gilt: Nie nur einer einzigen Quelle vertrauen!

 

Da geht’s WWWeiter

·         Das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung hat eine praktische Checkliste zur Bewertung von Internetquellen herausgegeben. Zehn Prüfkriterien helfen dir einzuschätzen, ob eine Seite vertrauenswürdig ist und qualitative Informationen liefert: www.aok.de/52b048

·         Das Schülerzeitungs-Handbuch der Jugendpresse gibt es auch als kostenlose Online-Version. Das Kapitel zum Thema „Recherche“ findest du unter www.aok.de/8489c0

·         Zur Recherche gehört auch, Interviews zu führen. Wie diese gelingen, erklärt der Medienwerkstatt-Beitrag „Bitte recht neugierig“. www.aok.de/7d96ff

Wikipedia hat recht, oder?

Was jeder „Wiki“-Nutzer über das größte online-Lexikon der Welt wissen sollte, hat die on just-Redaktion für dich zusammengestellt:

 

Wofür ist Wikipedia gut?

Wikipedia ist schnell, kostenlos, jederzeit und überall abrufbar. Von Abwehrspieler bis Zisterzienser – das Online-Lexikon ist praktisch, um sich in kurzer Zeit einen ersten Überblick über fast jedes Thema zu verschaffen. Trotzdem solltest du dich in einem zweiten Schritt selbst ans Recherchieren und Überprüfen der Fakten machen! Die Qualität der Wikipedia-Artikel reicht nämlich von „wissenschaftlich korrekt“ bis „letzter Mist“.

 

Wie seriös ist Wikipedia?

An Wikipedia haben bisher fast zwei Millionen Menschen mitgeschrieben. Die Wahrscheinlichkeit, dass darunter viele Profis auf ihrem Fachgebiet sind, ist hoch. Aber es ist genauso möglich, dass ein Autor nachlässig recherchiert hat oder sich einen Scherz erlaubt. Wie gut und glaubhaft ein Artikel ist, verrät in der Regel ein Blick auf seine „Einzelnachweise“. Hier solltest du nicht nur auf die Quantität achten, sondern auch darauf, um welche Quellen es sich handelt: Sind es wissenschaftliche Untersuchungen, Studien, Zeitungsartikel oder vielleicht nur Verweise auf einen privaten Blog?

 

Wikipedia und Journalismus

Die Universität Münster kommt in einer Befragung unter Redaktionsleitern zu dem Ergebnis, dass Redaktionen Wikipedia als Nachschlagewerk nutzen, zur Orientierung und zum Gegenprüfen. Dass manchmal selbst die renommiertesten Medien der Online-Enzyklopädie blind vertrauen, zeigt dieses Beispiel: 2009 wird Karl-Theodor zu Guttenberg Wirtschaftsminister. Ein Fälscher schreibt ihm im Wikipedia-Artikel den elften Vornamen Wilhelm zu. Und keiner merkt’s. Von Bild bis Spiegel-Online – Wilhelm ist überall dabei.

 

285 Sprachen gibt es in Wikipedia, darunter auch Dialekte wie Bayrisch oder Plattdeutsch.

 

WWWeiterführende Links

·         Ein Wikipedia-Dossier der bpb: www.bpb.de/gesellschaft/medien/wikipedia

·         Recherchieren mit Wikipedia: www.aok.de/4a3b19

·         News-Aktuell-Umfrage unter Journalisten zu „Recherche 2014“: www.newsaktuell.de/pdf/recherche_2014_rohdaten.pdf

·         Bildblog: www.aok.de/d8cc93

·         Selbstversuch Wikipedia-Artikel: www.aok.de/1b1b7d

Die Autorin: Miriam Kumpf

Kümmert sich gemeinsam mit ihrer Familie um die Großmutter, die immer mehr Hilfe im Alltag benötigt. Zu erledigende Aufgaben hält die Familie in einer App fest. Miriam ist allerdings die Einzige, die dafür ihr Smartphone verwendet – der Rest ruft das Programm am Computer auf.

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