on JUST
Werkstattmedium für junge Medienmacher

Illustration

Erschienen in der on JUST-Ausgabe 01/2015

Illustrationen verschönern nicht nur Kinderbücher. Sie überraschen auch neben journalistischen Texten und auf Zeitschriftencovern. Zeichnungen und Cartoons bieten eine gute Abwechslung, um nicht nur Fotos in deiner Schülerzeitung zu haben.

Illustrationen eignen sich besonders bei Themen, die fotografisch nur schwer abzubilden sind. Manchmal lässt sich der Sachverhalt durch eine Karikatur auch überspitzt und lustig darstellen. Eine gut gemachte Illustration sollte unterhaltsam sein, den Betrachter aber auch zum Nachdenken anregen. Meistens ergänzen sich Zeichnung und Text.

Eine Illustration kann aber auch für sich stehen. Große Titel beauftragen dafür extra professionelle Illustratoren. Aber wenn du etwas Talent mitbringst, kannst du deine Texte auch selbst illustrieren.

Das nimmst du für dich mit

Illustrationen sind ein optischer Hingucker für den Leser deiner Schülerzeitung und machen im besten Fall neugierig auf den Artikel. Damit die Zeitung spannend bleibt, sollten sich Texte, Fotos und Zeichnungen abwechseln. Bis einem die perfekte Illustration gelingt, heißt es üben, üben, üben. Da kommen selbst die Profis nicht drum herum. Hier ein paar Tipps, wie du am besten vorgehst:

  · Was ist das Thema?: Illustratoren arbeiten immer nach einem Auftrag. Frag also genau nach, was von dir verlangt ist: Welches Thema soll ich
illustrieren? Wie viele Illustrationen sollen es werden? Wie viel Platz habe ich im Medium?

  · Der richtige Zeichenstil: Natürlich hat jeder Illustrator seine eigene „Handschrift“ mit Wiedererkennungswert. Stil und die verwendeten Materialien (Stifte, Tinte, Wasserfarbe etc.) sollten immer zum Thema passen. Eine knallig bunte Karikatur passt eher nicht zu einem traurigen Thema.

  · Frage deine Mitmenschen: Du zeichnest immer für den Leser! Deswegen ist es wichtig, dass andere Leute deine Zeichnungen verstehen, lustig finden oder davon zum Nachdenken angeregt werden. Frage Freunde, Eltern oder Lehrer nach ihrer ehrlichen Meinung.

  · Zeichenblockade: Als Illustrator muss man immer kreativ sein. Das klappt natürlich nicht immer. Falls du mal nicht weiterkommst, mach am besten eine Pause und versuch es dann erneut.

  · Übung macht den Meister: Energie und Durchhaltevermögen gehören zum Illustrieren dazu. Manchmal muss man 100 Skizzen zeichnen, bevor die perfekte Idee kommt.

  · Zeichen- und Grafikprogramme: Wenn du schon etwas mehr Erfahrung hast, kannst du auch am PC illustrieren. Die meisten Profis arbeiten mit Adobe Illustrator. Allerdings ist dieses Programm sehr teuer und eignet sich hauptsächlich für technische Stile. Eine Reihe guter und wesentlich günstigerer Alternativen findest du hier: www.aok.de/2c0b16

Da geht’s WWWeiter

  · Ein guter Artikel über den Beruf Illustrator gibt es hier: www.aok.de/42a914

  · Falls du sehen möchtest, wie der Londoner Illustrator George Butler arbeitet und was ihn inspiriert, gibt es hier ein englisches Video mit deutschen Untertiteln: www.aok.de/ca1264

  · Schau dir die Werke von anderen Illustratoren und Künstlern an, um dich zu inspirieren. Christoph Niemann (Interview auf der nächsten Seite) hat beispielsweise einen eigenen Blog bei der New York Times: www.niemann.blogs.nytimes.com

  · Damit Texte und Illustrationen gut zusammenpassen, müssen sie layoutet werden. Infos dazu findest du im Kapitel „Layout“ des Schülerzeitungs-Handbuchs der Jugendpresse. Die Onlineversion gibt’s unter: www.aok.de/5da5f3

Die Autorin: Jasmin Liese

Jasmin Liese hat einen Bachelor in Europastudien und absolvierte bereits journalistische Praktika in mehreren deutschen Städten, Melbourne und New York City. Aktuell macht sie ihren Master in Interkultureller Kommunikation.

Kontakt: jasminliese[at]web.de

Interview

Mit dem Zeichenstift um die Welt

on JUST-Redakteurin Jasmin Liese hat Christoph Niemann zum Interview getroffen. Die Fragen beantwortete der erfolgreiche Illustrator nicht nur mit Worten …

Wie sind Sie zu so großen Arbeitgebern wie dem ZEITmagazin und dem New Yorker gekommen?

Ich bin nach dem Studium wirklich mit meiner Mappe ins Flugzeug gestiegen und hab angeklopft und hab gesagt: „Guten Tag, hier bin ich. Ich würde gerne für Sie zeichnen.“

Das hat dann ja auch geklappt. Sie haben am Anfang Ihrer Karriere elf Jahre in New York gelebt. An was erinnern Sie sich besonders?

Es war grandios, mit Mitte 20 nach New York zu gehen und ich habe es total genossen. Es hat arbeitsmäßig von Anfang an toll geklappt. Das hätte ich mir nie träumen lassen. Aber die ganzen anderen Aspekte des Lebens, von der Arbeitserlaubnis bis zur Wohnung, waren wirklich so anstrengend, wie man es sich vorstellt. Ich habe oft nur ein Zimmer bei jemand anderem in der Wohnung gehabt. Als ich einmal nach längerer Zeit zurück in mein Zimmer kam, hatte der Hund meines Vermieters meine Arbeiten gefressen. Man hat noch richtig die Bissspuren in den Resten meines Portfolios gesehen. Wie man sieht: Die Zeit war schon fast filmreif!

Wie fühlt es sich an, international zu arbeiten?

Als ich studiert habe, hieß es noch: „Oh, der kann Englisch. Wie toll!“ Mittlerweile ist das eine absolute Voraussetzung. Man kann sich meiner Meinung nach nicht mehr den Luxus erlauben, nur für Deutschland oder die Schweiz oder Frankreich zu arbeiten. Der Beruf ist per se international ausgelegt. Also muss ich mir der visuellen Kultur, den zeichnerischen Vorlieben der verschiedenen Länder im Klaren sein und darf mich nicht nur auf eine ganz kleine Ecke fokussieren.

Christoph Niemann

Der Deutsche Christoph Niemann wurde 1970 geboren und gehört zu den gefragtesten Illustratoren weltweit. Er studierte Grafikdesign und Illustration an der Kunstakademie in Stuttgart. Mittlerweile illustriert er unter anderem für das ZEITmagazin, den New Yorker und das New York Times Magazine. Er hat außerdem mit Google und dem Museum of Modern Art zusammen­gearbeitet und ist als Künstler und Autor tätig. Einmal lief er sogar den New-York-Marathon und zeichnete während­dessen 46 Cartoons, die er live twitterte. Die Arbeiten von Christoph Niemann findest du auf seiner Homepage www.christophniemann.com oder auf seinen Social-Media-Kanälen Facebook, Twitter und Instagram.

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