on JUST
Werkstattmedium für junge Medienmacher

Fotoreportage

Erschienen in der JUST-Ausgabe 4/2014

Neben den klassischen journalistischen Textformaten bietet eine Fotoreportage oder Fotostory dem Journalisten völlig neue Möglichkeiten, Geschichten zu erzählen. Textteile können illustriert oder eine reale Begebenheit komplett in Bildern dargestellt werden. Ob politische Veranstaltung, Premiere eines Theaterstückes, eine Reise oder das Schulfest - nahezu jedes Ereignis bietet die Möglichkeit eine Fotoreportage zu erstellen. Besonders wichtig ist die eigene Kreativität: Die einzelnen Fotos sollen dem Leser eine zeitlich zusammenhängende Geschichte erzählen, er soll sich wie mitten im Geschehen fühlen.

Praktiker vergleichen die Fotoreportage mit einem Film: Der Blick schweift über die Fotos und der Betrachter bekommt einen Eindruck von dem Ort, den Menschen, der Atmosphäre.

Die größte Herausforderung liegt darin, die ausgewählten Bilder so geschickt in eine Bildreihe zu bringen, dass sie das tatsächliche Ereignis nicht verfälschen. Denn jedes Foto dokumentiert immer nur den Sekundenbruchteil eines oft mehrstündigen Ereignisses. Es kann passieren, dass die Fotos nicht immer die absolute Wahrheit zeigen. Trotzdem ist der Fotograf zur Authentizität verpflichtet und versucht, so nah wie möglich entlang der „realen“ Geschichte der jeweiligen Veranstaltung zu erzählen.

Kritisches Hinterfragen des roten Fadens und der Aussage der eigenen Story ist deshalb unerlässlich. Nur so bekommt der Betrachter einen möglichst authen­tischen Eindruck.

Das nimmst du für dich mit

Das nimmst du für dich mit

Eine gute Fotoreportage zu erstellen, ist nicht leicht. Ein spannendes Thema zu finden, ist besonders wichtig. Der Betrachter sollte einen emotionalen Bezug aufbauen können und irgendwie mit dem Thema verbunden sein. Es muss und kann nicht immer eine Enthüllungsreportage sein. Auch alltägliche Themen haben Potenzial und können spannend umgesetzt werden. Hat der Fotograf sein Thema gefunden, bietet dieser Ablaufplan eine Orientierung:

· Recherche: Infos beschaffen, Ansprechpartner finden

· Abwägen: Hat das Thema Potenzial?

· Ablauf: Plan erstellen, roten Faden der geplanten Story checken

· Ansprechpartner: informieren, Ablauf schildern

· Genehmigungen: einholen (z. B. bei Firmen, Personen, ...)

· Fotografieren

· Bildauswahl: Weniger ist oft mehr.

· Fotos: nachbereiten und präsentieren (Drucken, Layout, Ausstellung)

Wichtigster Punkt: Fotografieren. Dabei sollte sich der Fotograf auf sein Gefühl verlassen und Mut zur Nähe haben. Blicke hinter die Kulissen kennt der Leser oft nicht, sind aber interessant. Das ermöglicht es dem Foto-Journalisten, sein Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Da geht’s WWWeiter

· Foto-TV ist ein großer Web-TV- Sender über Fotografie. Im Kanal „Reportagefotografie“ gibt es Anleitungen und Interviews zum Thema. Leider ist nicht das ganze Angebot kostenlos. www.fototv.de/reportagefotografie

·  „Lens“ ist der fotojournalistische Blog der englischsprachigen Zeitung New York Times. Hier können Interessierte unzählige Fotoreportagen anschauen. lens.blogs.nytimes.com

· Nicht nur für Fotoreportage-Fans, sondern für alle begeisterten Nachwuchsfotografen: Bis zum Alter von 25 Jahren könnt ihr mitmachen beim „Deutschen Jugendfotopreis“! www.aok.de/19f143

Experten-Interview

Andi Dalferth, freier Fotograf, macht neben Studiofotografie Fotodokumentationen seiner Auslandsaufenthalte, fotografiert nationale Werbekampagnen und porträtiert Prominenz aus Kunst und Musik, Business und Politik.

Was ist für Sie das Wichtigste an einer Fotoreportage?

Authentizität! Also die Stimmung möglichst so weiterzugeben wie sie war. Außerdem Neutralität: Die Fotos sollen keine Pro- oder Anti-Stimmung erzeugen. Es geht darum, Bilder zu schaffen, die durch ihre fotografischen Stilmittel wie Lichtsituation, Belichtung, Brennweite, Perspektive und den richtigen Augenblicken, auch für Uninteressierte interessant werden.

Was ist wichtiger: Die Kamera oder der Fotograf?

Ganz klar: der Fotograf. Er ist für alles verantwortlich. Die Kamera ist nur sein Hilfsmittel. Nicht anders beim Schreiben. Wer ist wichtiger: der Autor oder der Kugelschreiber?

Ihr Tipp für junge Fotografen? 

Setzt eigene Ideen um, verkörpert euch selbst durch eure Aufnahmen. Wer ständig nach­macht, was andere schon gemacht haben, wird niemals richtig stolz sein und einen eigenen Stil entwickeln. Und: Bleibt fair und freundlich.

Der Autor: Markus Erdlenbruch

fotografiert seit vielen Jahren leidenschaftlich. Neben seinem Studium in Potsdam ist er seit zwei Jahren bei on JUST als Fotograf dabei.

markus.erdlenbruch@jpbw.de 

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