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Werkstattmedium für junge Medienmacher

Die Titelseite: Visitenkarte jeder Zeitung

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance – so ist das auch bei der Titelseite einer Zeitung oder Zeitschrift. Es sind die Bilder und Schlagzeilen auf dem Titel, die dem Medium ihr Gesicht verleihen. Oft entscheiden wir mit einem Blick, ob wir eine Zeitung bzw. Zeitschrift kaufen oder nicht. Aber wie gelingt ein ansprechender Titel – auch mit einfachen Mitteln?

Stapelweise liegen sie im Zeitschriftenhandel: Magazine und Zeitungen. Das Erste, was wir von der großen Vielfalt an Printprodukten wahrnehmen, ist ihre Titelseite: Überschriften in dick und dünn gedruckten Buchstaben, eindrucksvolle (Porträt-) Fotos und das Logo der Zeitschrift springen dem potenziellen Käufer zuerst ins Auge. Genau deshalb ist der Titel auch so wichtig für den Erfolg einer Zeitung.

Wichtig deshalb, weil sich einige Zeitungen, vor allem diejenigen ohne großen Abonnentenkreis, fast ausschließlich über ihre Titelseite verkaufen müssen; so beispielsweise auch Schülerzeitungen. Hier flattert die Zeitung nicht einfach regelmäßig ins Haus, sondern der Leser entscheidet spontan – wie beim Vorbeigehen am Kiosk –, ob er die Ausgabe für so ansprechend hält, dass er ein Exemplar mitnimmt oder nicht. Beachtung schenkt er dabei meist nur dem Titelblatt, das für die Kaufentscheidung maßgeblich verantwortlich ist. Prangt dort eine exklusive Schlagzeile und/oder ein Aufsehen erregendes Foto, stehen die Chancen für einen spontanen Kauf gut.

Der Name ist Programm
Lächelnde Frauen im besten Alter findet man auf den Titelseiten von Brigitte, Petra, Lisa und Co. Drumherum sammeln sich unzählige Hinweise, die auf Rezepte, Beauty-Tipps oder die neusten Modetrends im Magazin aufmerksam machen. Unverkennbar handelt es sich hierbei um Frauenmagazine. Das unterstreichen vor allem die weiblichen Vornamen, die Namensgeber der Magazine sind. Das ist extrem plakativ und ermöglicht es einer ganzen Zielgruppe, sich über diesen zu definieren. Denn Petra, Lisa oder Brigitte könnte auch der Name der besten Freundin sein – und wer verzichtet schon gerne auf ihren Rat?

Das Beispiel zeigt, dass der Name der Zeitung für die Inhalte steht und gleichzeitig die Leserschaft bestimmt. Er ist also einer der wichtigsten „Bausteine“ des Titels. Meist steht er in der oberen linken Ecke – also dort, wo er gut lesbar ist. Diese Info nimmt der Leser auch wahr, wenn er von anderen Magazinen am Zeitungskiosk überlappt wird. Hat sich der Name bei ihm bereits gut eingeprägt, wird er auf die Zeitung oder Zeitschrift auch aufmerksam werden, wenn er das Titelblatt auch einmal nicht vollständig sehen kann.

Titelblatt gestalten
Um ein Titelblatt erstmalig zu entwerfen, ist vor allem eines gefragt: Kreativität. Zuerst sollte gut überlegt werden, wen die Zeitung oder Zeitschrift ansprechen soll. Danach muss sich auch ihre Gestaltung ausrichten. Ist die Zeitung eine Schülerzeitung, gehören aufs Titelblatt in erster Linie Informationen und Themen, die Schüler ansprechen. In diesem Fall darf die Gestaltung ruhig ein wenig „frecher“ daherkommen als die oft sehr „steif“ bzw. sachlich anmutende Tageszeitung der Eltern. Oftmals verrät eine attraktive gestaltete Titelseite bereits einiges vom – ebenso lesenswert aufbereiteten – Inhalt einer Schülerzeitung. Viele Schülerzeitungen nutzen deshalb eine lustige Namensabwandlung ihres Schulnamens oder ein Wortspiel mit demselben.

Ganz unabhängig von den Themen, die in jeder Ausgabe aufgegriffen werden, muss ein grundlegendes Titelseiten-Layout erstellt werden, bei dem bestimmte Elemente immer gleich und an nahezu derselben Stelle wiederzufinden sind. Dies ist entscheidend für den Wiedererkennungswert eines Mediums, denn so erinnern wir uns bei jeder Begegnung visuell an das, was wir schon einmal für individuell gut befunden haben. Zu diesen Elementen gehören unter anderem Zeitungskopf, Titel der Ausgabe, Logo, Datum, Jahrgang, Ausgabe, Herausgeber und Preis. Aber auch die Anordnung von Bildern, Headlines und Texten auf der Titelseite sollte immer nach der gleichen Struktur erfolgen.

Aussagekraft des Bildes
Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte und darf deshalb auch auf keiner Titelseite fehlen. Es sollte sich stets auf das Titelthema oder die Schlagzeile beziehen und den Inhalt visuell darstellen. Im Idealfall weckt ein aussagekräftiges Foto oder eine gelungene Illustration die Neugier des Lesers, berührt ihn oder wirft Fragen auf, sodass er interessiert ist, mehr über das Thema zu erfahren. Ein Foto kann auf verschiedene Weise interessant sein: oftmals provoziert, schockiert oder beeindruckt es den Leser. Übrigens sind auch Fotomontagen ideale visuelle Darstellungsmittel, mit denen man die Blicke auf seine Zeitung lenken kann. Allerdings sind diese – je nachdem wie gelungen sie erstellt werden – als solche zu kennzeichnen.

Natürlich gehört zu jeder Ausgabe auch ein inhaltlich ansprechendes Titelthema, das durch eine griffige, aussagekräftige Headline deutlich erkennbar sein sollte. Eine markante Schrift oder Schriftfarbe kann helfen die Botschaft noch zu unterstreichen. Allerdings ist es ratsam, die visuelle Aussagekraft des Bildes/Fotos nicht durch (zu) viel „Schnick-Schnack“ zu zerstören. Natürlich werden noch viele andere Themen aufgegriffen, die ebenfalls kurz auf dem Titelblatt genannt werden. Um sie nach ihrer Wichtigkeit zu ordnen, empfiehlt es sich, sie hierarchisch mithilfe verschiedener Schriftgrößen abzustufen.

Sicherlich hat man viele Themen im Heft, die einem so wichtig erscheinen, um sie auf der Titelseite zu nennen. Doch hier ist besondere Vorsicht geboten: Keinesfalls darf eine Titelseite mit Informationen überladen werden! Am Wichtigsten ist, und hierbei sollten schon die Strukturen des Layouts stimmen, dass eine gute Lesbarkeit und Klarheit auf der Titelseite gewährleistet ist. Nur so wirkt ein Titel und damit das gesamte Medium übersichtlich und strukturiert und lässt zugleich auf die inhaltliche Qualität des Printproduktes schließen.

Eine ansprechende Fassade allein ist allerdings noch kein Garant für ein gut gemachtes Medium. Was auf dem Titel versprochen und angekündigt wird, muss die Zeitung bzw. Zeitschrift auch im Inneren halten. Schließlich bindet man den Leser langfristig nur durch hochwertige journalistische Beiträge und interessante Themen.

 

Erschienen in der JUST-Ausgabe 01/2013

Die Autorin: Irina Blesch

Irina Blesch hat im vergangenen Jahr ihr Abitur gemacht und studiert seit dem Sommersemester Medienwirtschaft an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Die 20-Jährige ist außerdem als freie Mitarbeiterin für die Eberbacher Zeitung tätig.

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