on JUST
Werkstattmedium für junge Medienmacher

Das Smartphone
Cleverer Helfer im Redaktionsalltag

Viele Jugendliche besitzen mittlerweile ein Smartphone und können sich ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. Schnell im Unterricht Vokabeln nachschauen oder mit Freunden unbegrenzt Nachrichten schreiben – das ist bereits Alltag. Doch wie können Schülerzeitungsredakteure diesen technischen Fortschritt für sich nutzen, um eine moderne Schülerzeitung zu gestalten?

Viele Schülerzeitungsredakteure kennen das Problem: Sie haben viel Herzblut und Arbeitszeit in die aktuelle Ausgabe ihrer Schülerzeitung gesteckt. Geht es dann daran, das gute Stück an die Mitschüler zu bringen, laufen viele am Verkaufsstand vorbei. Sie kaufen sich lieber ein belegtes Brötchen in der Mensa als eine Schülerzeitung.

Fragt man nach, weswegen die Schülerzeitung auf so wenig Resonanz stößt, bekommt man oft Antworten wie: „Eine Schülerzeitung ist total uncool!“ oder auch „Ich lese doch nichts Gedrucktes mehr.“ Um den Ruf der Schülerzeitung zu verbessern, den Umsatz zu steigern und vielleicht auch neue Redakteure zu gewinnen, hilft oft der Einsatz neuer Medien.   

Fotocredits: Sebastian Czub

Ab ins 21. Jahrhundert
In der Steinzeit der Schülerzeitungen wurden Texte noch mit der Schreibmaschine geschrieben und in ein selbst gemaltes Layout eingeklebt. Heutzutage schreibt man seine Artikel auf dem Computer, der Layouter fügt sie später in ein am PC gestaltetes Layout ein. Ähnlich unkompliziert ist heutzutage der Einsatz neuer Medien, der oft ohne teures Equipment auskommt. Der Grund: In den vergangenen Jahren haben nahezu alle technischen Geräte eine enorme Entwicklung durchgemacht. Viele Funktionen sind mittlerweile in einem Endgerät gebündelt. Ein Smartphone kann Videos aufnehmen, Bilder machen, Audio-Botschaften aufzeichnen und ins Internet gehen, also direkt auf Soziale Netzwerke, Bibliotheken oder Medienangebote zurückgreifen. Wichtige Voraussetzungen, um seine Leser mit ansprechenden Angeboten dort abzuholen, wo sie unterwegs sind.

Da wir alle einen großen Teil unserer freien Zeit auf Portalen wie Facebook oder Youtube verbringen, sollten auch wir Schülerzeitungsmacher mit unserem Medium dort aktiv sein. Was nach viel Arbeit und aufwendigem Equipment klingt, lässt sich ganz einfach mit dem Smartphone erledigen.

Mit dem Smartphone begeistern
Das Wichtigste an der Arbeit mit dem Smartphone ist: Die Infrastruktur muss stimmen. Bevor die mobile Arbeit beginnt, sollte ganz klassisch der PC oder Laptop arbeitsfähig sein. Zuerst ist es ganz wichtig, einen Mail-Account anzulegen. Auch eine interne Facebook-Gruppe für alle Schülerzeitungsredakteure sowie eine offizielle Fanseite auf Facebook sind gute Möglichkeiten zur Kommunikation. Die Einrichtung eines Twitter- und Youtube-Accounts empfiehlt sich schon deshalb, weil so im Sinne eines einheitlichen Auftritts alle Internetpräsenzen gleich lauten. Das gilt auch für die eigene Homepage, die ebenfalls eine gute Plattform zur Kommunikation – intern wie extern – bietet. Das Ganze funktioniert aber nur dann zufriedenstellend, wenn sich ein technisch begeisterter Redakteur für die Pflege und Aktualisierung findet. Einfacher zu bedienen ist ein Blog, den man zum Beispiel unter www.blogger.com anlegen kann.

Als Nächstes sollte die Redaktion bestimmen, wer diese Accounts steuert. Der verantwortliche Redakteur sollte auf sein Handy alle nötigen Apps herunterladen und sich gleich auf die Accounts der Schülerzeitung einloggen. Schon kann die multimediale Arbeit mit dem Smartphone beginnen. Die Redaktion kann zum Beispiel alle potenziellen Leser von der ersten Redaktionssitzung bis zum Verkaufstag an der Entwicklung der Schülerzeitung teilhaben lassen.

Und das könnte ungefähr so aussehen: Als ersten Schritt schießt ein Redakteur während der Auftakt-Redaktionssitzung ein Bild aller Beteiligten bei der Arbeit. Das lädt er dann mit seinem Smartphone auf der Facebook-Fanseite hoch. Auch ein kurzer Tweet über die Entwicklung der neuen Schülerzeitung eignet sich dafür. Am Tag nach der Redaktionssitzung fasst er die Themenideen zusammen und lässt die Facebook-Fans über ihre Lieblingsthemen abstimmen. So bindet man die Leserschaft gleich während des Entstehungsprozesses ein. In einem nächsten Schritt könnten kurze Filmsequenzen – gedreht mit der Handykamera – über die Recherchen zu den einzelnen Artikeln informieren. Das Resulat, z. B. ein kurzer Ausschnitt aus einem Interview, könnte dann auf dem Youtube-Kanal und/oder der Facebook-Fanseite für Neugier auf die kommende Schülerzeitungsausgabe sorgen.

Kurz vor Redaktionsschluss kann die Chefredaktion ihre Redakteure dann über die interne Facebook-Gruppe motivieren und die Artikel einsammeln. Auch die heiße Layout-Phase sollte man nicht außer Acht lassen. Sie eignet sich besonders gut, um kurze Tweets abzusenden, um den aktuellen Fortschritt der Arbeitsschritte vorzustellen und schon mal den Verkaufstermin zu bewerben. In den Tagen vor Verkaufsstart sollte ein Redaktionsmitglied dann ähnlich einem Countdown auf allen Kanälen Verkaufsort und Verkaufsdatum posten. Eure Facebook-Fanseite könnt ihr mit der neuen Titelseite bestücken und dazu ein kurzes Video der Redaktion posten, in dem ihr die Inhalte eurer neuen Schülerzeitungsausgabe vorstellt. Am Verkaufstag selbst schafft ihr Spannung, indem ihr die aktuellen Verkaufszahlen twittert und so klar wird, dass euer Verkauf in regem Fluss ist. Nicht vergessen: Bedankt euch am Ende des Tages bei euren Lesern für ihre Treue und ggf. auch den Input, den sie während des Entstehungsprozesses geliefert haben! Am besten über Facebook.

Fähigkeiten und Technik
Das Beispiel zeigt: Die Einbindung neuer Medien in eine Schülerzeitung ist einfacher als gedacht. Alles, was man dazu benötigt, ist ein gut funktionierendes Smartphone. Kurze Videos oder Bilder von der Redaktionsarbeit schaffen Aufmerksamkeit und führen dazu, dass sich vielleicht der eine oder andere an der Redaktionsarbeit beteiligt. Allerdings darf man nicht vergessen: Alle viralen Werbemittel nützen nichts, wenn der Inhalt der Schülerzeitung nicht gut ist. Also denkt dran: Ein guter Schülerzeitungsredakteur zeichnet sich durch seine journalistischen Fähigkeiten aus – nicht durch sein Smartphone.

 

Erschienen in der JUST-Ausgabe 04/2012

Die Autorin: Corinna Vetter

Corinna Vetter hat gerade ihr Abitur gemacht. Die 19-Jährige schreibt für die Bruchsaler Rundschau, NOIR und JUST und wird ab September einen Freiwilligendienst im Ausland bestreiten. Außerdem schreibt für die Bruchsaler Rundschau, NOIR und JUST.

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